Themen und Ideen
Hier finden Sie Ideen für Ihre Berichterstattung über Polizei und Justiz, Links zu weiteren Infos und Beispiele aus Lokalzeitungen, zusammengestellt von Katrin Janßen, Journalistin in Bonn, u.a. mit dem Themenschwerpunkt Justiz. Die kompletten Beispielartikel können Sie über das drehscheibe-Archiv bestellen (einfach die hinter dem Beispiel jeweils angegebene Ablagenummer anklicken und weiter wie dort beschrieben) oder per E-Mail an info@drehscheibe.org.
Justiz im Porträt
Die Arbeit von Richtern, Staatsanwälten, Schöffen und anderen Angehörigen der Justiz ist den meisten Lesern nicht vertraut - und ist daher entsprechend spannend. Denkbare Themen sind unter anderem:
* Ein Tag im Leben eines Amts- oder Landrichters, der den Alltag des Justizwesens beschreibt und gleichzeitig ein spannendes Porträt über die Männer und Frauen in den schwarzen Roben sein kann. In diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten bietet sich auch das Porträt eines Arbeitsrichters an, da diese leider momentan besonders viel zu tun haben. Infos zum Thema: http://www.drb.de; aus dem drehscheibe-Archiv: Göttinger Tageblatt: "Zwischen Haft und Hilfe" (Ablage-Nr. 1999220405); Peiner Allgemeine Zeitung: "Streit über geliebten Wellensittich artet bei einer Trennung schnell aus" (Ablage-Nr. 1997080809S); Magdeburger Volksstimme: "Wer spricht Recht in Magdeburg" (Ablage-Nr. 1993121415); Mannheimer Morgen: "Meist einigen sich die Parteien gütlich" (Ablage-Nr. 1990070708).
* Die Ehre kommt oft unverhofft: Schöffe. Was genau ist ein Schöffe, welche Pflichten, Rechte und Aufgaben hat er/sie in der deutschen Justiz? Kann man auch dankend ablehnen? Wie sieht der Alltag eines Schöffen aus, darf er wirklich mitreden oder fühlt er sich von den Richtern bevormundet? Und wie sehen Richter ihre Laien-Helfer? Infos zum Thema: www.schoeffen.de; www.bmj.bund.de/enid/c3.php; aus dem drehscheibe-Archiv: Göttinger Tageblatt: "Zwischen Haft und Hilfe" (Ablage-Nr. 1998100204); Göttinger Tageblatt: "Staatsbürgerpflicht kann Bürde werden" (Ablage-Nr. 1997182200S); Abendzeitung (München): "Gesucht: Lammfromme Schöffen" (Ablage-Nr. 1992040700).
* Ohne sie wären die Richter aufgeschmissen: Dolmetscher. Sie haben eine schwierige Aufgabe, müssen oft grausige Details übersetzen. Für den Angeklagten sind sie oft mehr als ein reiner Übersetzungshelfer, im fremden Land geben ihnen die Übersetzer allein durch die Sprache ein Gefühl von Heimat. Wie geht man damit um? Infos zum Thema: http://www.justiz.nrw.de/BS/formulare/merkblatt_dolmetscher
* Für Zeugen - vor allem wenn es sich dabei um die Opfer einer Straftat handelt - ist das Erscheinen vor Gericht oft eine große Belastung. Mancherorts gibt es daher an den Gerichten eine Zeugenbetreuung. Was ist das? Welche Probleme quälen Zeugen und Opfer besonders? Und wenn es eine solche Einrichtung nicht gibt, sollte man am Gericht einmal nachfragen, wieso nicht… Infos zum Thema: http://www.zeugenbetreuung.de; aus dem drehscheibe-Archiv: Hamburger Abendblatt: "Auch Susanne (10) verlor ihre Angst" (Ablage-Nr. 1998271314).
* Gerade in diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten haben sie Konjunktur: die Gerichtsvollzieher. Niemand sieht sie gerne. Wie sieht die Arbeit eines Gerichtsvollziehers aus, mit welchen Problemen hat er zu kämpfen, hat er auch Mitleid mit seinen Kunden und wie steckt man das Elend weg? Infos zum Thema: http://www.der-gerichtsvollzieher.de/; http://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtsvollzieher; aus dem drehscheibe-Archiv: HNA (Kassel): "Im Auftrag des Steuerzahlers" (Ablage-Nr. 2000131314); Vogtland-Anzeiger: "Wenn der "Kuckuck" schreit, wird's höchste Zeit" (Ablage-Nr. 1994211011); Süddeutsche Zeitung: "Wenn der Gerichtsvollzieher klingelt" (Ablage-Nr. 1994010200); Stuttgarter Nachrichten: "Wohin mit Echse, Affe und Spinne?" (Ablage-Nr. 1992222100).
* Bewährungshelfer sind Kämpfer an der sozialen Front - mit dem harten Kerl aus amerikanischen Filmen haben sie wenig gemein. Aber wie sieht der Alltag aus, wie geht man mit Frust und Enttäuschung um, gibt es überhaupt Erfolgserlebnisse und mit welchen Vorurteilen haben Bewährungshelfer und Klienten zu kämpfen? Infos zum Thema: http://www.bewaehrungshilfe.de;
http://www.justiz.nrw.de/BS/RechtAbisZ/glossar/B/Bew_hrungshelferin_Bew_hrungshelfer.php; aus dem drehscheibe-Archiv: Peiner Allgemeine Zeitung: "Helfer und Betreuer werden oft als unerwünschte ..." (Ablage-Nr. 1989181300).
* Auch die Rechtspfleger an den Gerichten könnten mit ihren Geschichten und Erlebnissen ein interessantes Porträt abgeben. Sie helfen den Menschen, die sich im juristischen Dschungel zu verlaufen drohen. Infos zum Thema: http://www.bdr-online.de; aus dem drehscheibe-Archiv: Göttinger Tageblatt: "Zwischen Haft und Hilfe" (Ablage-Nr. 1998100204).
* Barbara Salesch, Ruth Herz und andere echte Richter sprechen mit großem Erfolg jeden Nachmittag im Fernsehen Recht. Es wäre interessant, das als Aufhänger zu nehmen, um den Alltag einer echten Jugendrichterin oder eines Familienrichters am örtlichen Gericht darzustellen. Infos zum Thema: http://www.sat1.de/shows/barbarasalesch/; aus dem drehscheibe-Archiv: Leverkusener Anzeiger: "Manche laufen völlig aus dem Ruder" (Ablage-Nr. 2000150607).
Geschichten aus der Justiz
Über spektakuläre Morde oder Prozesse um riesige Mengen Rauschgift wird sowieso berichtet. Aber auch kleine Verfahren, die scheinbar "harmlos" sind, können gerade im Zivilrecht auf Grund ihres Service-Charakters attraktiv sein. Auch müssen die Journalisten nicht nur über Fälle berichten, sondern können sich kritisch mit den Vorgängen im Gericht auseinandersetzen.
* Der Grill explodiert auf der Gartenparty - wer ist schuld, wessen Versicherung muss zahlen? Ein Bauunternehmer betreibt Pfusch am Bau - haben seine Opfer überhaupt eine Chance? Der Vater zahlt seinen Unterhalt nicht - ein häufiges Problem? Im Hotel am Traumstrand wimmelte es von Kakerlaken - gibt es dafür Entschädigung? Aus dem drehscheibe-Archiv: Schweinfurter Tagblatt: "Da nützen auch Kanonen nichts" (Ablage-Nr. 2002061600)
* Generell gilt: Bei Gerichtsverfahren ist die Öffentlichkeit zu wahren, das heißt, interessierte Zuschauer können den Prozess verfolgen. Allerdings gibt es Ausnahmen - und die wachsen stetig an. Das liegt vor allem auch an neuen Gesetzen, die den Opfer- und Persönlichkeitsschutz besser garantieren sollen. Wie stehen Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte dazu? Und was passiert denn nun hinter diesen verschlossenen Türen?
* Mord, Raub, Drogendelikte, Scheidungen, Betrügereien und Schlägereien - der ganz normale Wahnsinn vor deutschen Gerichten. Warum nicht einmal eine Sonderseite gestalten, die einen normalen Tag im Gericht beschreibt, große und kleine Geschichten erzählt, Hinweise gibt, wie man sich als Besucher verhält und was in den kommenden Tagen so ansteht. Denn viele würden gerne einmal eine Verhandlung verfolgen, trauen sich aber nicht so recht… Aus dem drehscheibe-Archiv: Hannoversche Allgemeine Zeitung: "Mit Strafen kann ich bei weniger als zehn Prozent ..." (Ablage-Nr. 1991121516).
* Gerichte eigenen sich auch für Jahresrückblicke der anderen Art. Dabei kann man noch einmal spektakuläre Fälle Revue passieren lassen. Aber auch eine Sammlung kleiner Geschichten zum Schmunzeln füllt die Seiten zwischen den Tagen und lässt Leser lächeln. Aus dem drehscheibe-Archiv: Rheinische Post (Düsseldorf): "Vor Gericht: Streit um Lisa, den armen Regenwurm" (Ablage-Nr. 2002122600).
Rechthaberei
Der Rechtsanwalt ist des Deutschen bester Freund - Zivilklagen legen immer mehr die deutschen Gerichte lahm. Sind die Deutschen ein Volk von Rechthabern? Nachbars Kirschbaum ist ein ständiges Ärgernis und sein Besitzer ohne jede Einsicht. Wie verschaffe ich mir mein Recht? Soll ich vor Gericht oder lässt sich das auch anders schlichten? Welche Aufgaben hat ein Schiedsmann? Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich klage? Vielleicht würde ein Stück Aufklärung auch so manchen Prozess vermeiden helfen. Tauchen aber entsprechend skurrile Geschichten dennoch vor Gericht auf, sollten sie in ihrer ganzen Schönheit präsentiert werden. Aus dem drehscheibe-Archiv: Ostfriesen-Zeitung (Leer): "Viele Streitereien werden noch am Kneipentisch gelöst" (Ablage-Nr. 1993051400).
Gerichtsmedizin/Spurensicherung
Vor allem seit dem Erfolg von Romanen und TV-Serien, die Gerichtsmediziner und Experten der Spurensicherung in den Mittelpunkt stellen, zeigen sich viele Menschen von diesen Themen fasziniert. Auch im wirklichen Leben ist die Arbeit von Gerichtsmedizinern und Spurensicherungsexperten ausgesprochen spannend - wenn auch nicht immer gleich so haarsträubend wie in der Fiktion. Dabei sind ganz unterschiedliche Themenbereiche für Reportagen und Porträts denkbar.
* Seit 100 Jahren eine wichtige Waffe im Kampf gegen das Verbrechen: der Fingerabdruck. Auch heute ist er nicht aus der Mode, das Bundeskriminalamt hat eine Datenbank. Wie funktioniert das mit dem Fingerabdruck, wer kam auf die Idee, ihn zur Verbrechensbekämpfung zu nutzen? Infos zum Thema: http://de.wikipedia.org/wiki/Fingerabdruck; http://www.bka.de/profil/profil2.php
* Der moderne Bruder des Fingerabdrucks ist der so genannte "genetische Fingerabdruck", die DNA-Analyse, die seit 1990 als Beweismittel vor deutschen Gerichten zugelassen ist und nicht nur geholfen hat, aktuelle Fälle zu lösen, sondern auch solche, die bereits Jahre zurückliegen. Eine neue Aktualität hat das Thema durch den Fall Moshammer bekommen. Politiker von CDU und SPD sowie verschiedene Polizeiorganisationen fordern eine erhebliche Ausweitung einer DNA- Entnahme bei Straftätern und eine umfassende Speicherung der gewonnenen Daten. Die Datenschützer laufen Sturm, die meisten Bürger scheinen Umfragen zufolge dafür zu sein. Wie sehen das Richter, Staatsanwälte, Datenschützer und Polizeibeamte vor Ort? Wie sicher ist eigentlich, dass niemand außer der Polizei an diese Daten herankommt und was sagt der Bürger auf der Straße? Infos zum Thema: http://www.discovery.de/de/pub/specials/verbrecherwoche/dna_analyse.htm
* Der Profiler ist so etwas wie ein Mythos. Aber es gibt sie wirklich, Beamte, die mit ihren Analysen den Tätern näher und damit auf die Spur kommen wollen. Ein Interview oder ein Porträt mit oder über einen Profiler dürfte auf großes Interesse stoßen. Infos zum Thema: http://www.discovery.de/de/pub/specials/verbrecherwoche/profiler.htm
* Das gleiche gilt wohl für den Beruf des Kriminalbiologen. Dieser ermittelt unter anderem mit Hilfe von Käfern und Maden den genauen Zeitpunkt des Todes. Kein Job für zarte Gemüter, aber sehr spannend. Der populärste unter ihnen ist sicher der Kriminalbiologe und freie Autor Mark Benecke, den inzwischen fast jeder kennt. Aber vielleicht gibt es im Verbreitungsgebiet zumindest einen ähnlich aktiven Forscher. Infos zum Thema: http://www.benecke.com
* Die Rechtsmedizin ist immer eine Geschichte wert - auch wenn die Forscher in letzter Zeit häufiger wegen Geldmangels und drohender Schließung ihrer Einrichtungen in die Schlagzeilen gerieten. Dabei geht man davon aus, dass schon jetzt viele Morde nicht entdeckt werden, weil die Leichen nicht obduziert wurden. Was genau passiert im Obduktionsraum, was bedeutet für die Experten ihre Arbeit und wie gehen sie mit der alltäglichen Begegnung mit dem Tod um? An welche spektakulären Fälle können sie sich erinnern? Infos zum Thema: http://www.ratgeberrecht.de/sendung/beitrag/rs2000102203.php Aus dem drehscheibe-Archiv: Kölner Stadt-Anzeiger: "Fragen an die Körper der Toten" (Ablage-Nr. 1995220405).
Jugendkriminalität
Im Jahr 2003 wurden 52 905 Jugendliche und 75 486 Heranwachsende vor deutschen Gerichten verurteilt, der größte Teil wegen Vermögensdelikten, direkt gefolgt von Körperverletzung. Mehr Infos: http://www.destatis.de/basis/d/recht/rechts4.php
* In den meisten Regionen steigt die Jugendkriminalität kontinuierlich an. Aber woran liegt das, welche Lösungsansätze gibt es? Infos zum Thema: http://www.der-jugendrichter.de/html/jugendkriminalitat.php Aus dem drehscheibe-Archiv: Leverkusener Anzeiger: "Manche laufen völlig aus dem Ruder" (Ablage-Nr. 2000150607).
* Jugendliche vor Gericht - sind unsere Richter zu milde? Brauchen wir härtere Strafen beim ersten Vergehen (wie beispielsweise in den Niederlanden) statt ständiger Verwarnungen? Oder muss der Ansatz hin zu noch mehr sozialpädagogischer Betreuung gehen? Gespräche mit Leitern von Jugendhaftanstalten, Richtern, Sozialpädagogen und Leitern von Hilfsangeboten könnten ein rundes Bild abgeben von diesem Problem. Infos zum Thema: http://cgi.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=15 Aus dem drehscheibe-Archiv: Frankfurter Rundschau: "Bei Jugendichen gilt es als "cool", brutal aufzutreten" (Ablage-Nr. 1996220405).
* Ab welchem Alter wandert man eigentlich ins Gefängnis, was passiert im Dauerarrest und zeigt der wirklich Wirkung? Welche Alternativen gibt es? In vielen Orten werden die Hilfsangebote, die straffällige Jugendliche vor dem Gefängnis bewahren sollen, aus Kostengründen immer knapper. Wie sieht das Leben in einer Jugendstrafvollzugseinrichtung aus? Infos zum Thema: http://www.dvjj.de Aus dem drehscheibe-Archiv: Weser-Kurier (Bremen): "Jugendkriminalität ist eine Episode im Leben" (Ablage-Nr. 1996220203); Oberhessische Presse (Marburg): "Findet einer von 12 Häftlingen seinen Weg, ist das..." (Ablage-Nr. 1994162100); Lüneburger Tageblatt: "Ein neues Leben statt Untersuchungshaft" (Ablage-Nr. 2003091100); Freies Wort (Suhl): "Man denkt nicht, dass man es übersteht" (Ablage-Nr. 1997081213S).
Polizei im Porträt
Was macht eigentlich ein …. Diese Frage im Rahmen der Polizeiarbeit zu beantworten, ist eine spannende Sache, da die meisten "normalen" Leser nur eine vage Vorstellung von der Polizeiarbeit haben. Und alles, was man nicht so einfach herausfinden kann, interessiert einen umso mehr. Dabei bieten gerade Polizei, Bundesgrenzschutz und Zoll eine große Vielfalt an Themen zur Auswahl.
* Der Klassiker: Einen Tag oder eine Nacht auf Streife mit der Polizei. Die Geschichte scheint zwar ausgelutscht, muss sie aber nicht sein. Denn sie kann auch Aufhänger für eine Analyse des Mangels sein, mit dem sich Polizisten herumschlagen müssen - von zu wenigen Kollegen bis hin zur unzureichenden Ausrüstung. Oder man nimmt sich mal nicht die klassische Streifenwagenbesatzung vor, sondern die Wasserschutzpolizei, die Besatzung eines Polizeihubschraubers, die Mitglieder der Verkehrspolizei an einem Kontrolltag, die Polizeitaucher oder die Kollegen vom Kommissariat Vorbeugung und den Sondereinsatzkommandos. Aus dem drehscheibe-Archiv: Braunschweiger Zeitung: "Wenn Müllentsorgung kriminell wird" (Ablage-Nr. 1999230204); Solinger Tageblatt: "Einsatztrupp für mehr Sicherheit" (Ablage-Nr. 1997082526S); Mindener Tageblatt: "Auf einem halben Quadratmeter in den Tod" (Ablage-Nr. 1997050400); Flensburger Tageblatt: "Zwischen Fehlalarm und Schlägerei: Polizei wacht über..." (Ablage-Nr. 1991150900S); Deister- und Weserzeitung (Hameln): "Unsichtbar: das Fliegende Auge des Phönix" (Ablage-Nr. 2002121819).
* Für Porträts eignen sich "ungewöhnliche" Polizeibeamte besonders gut. Damit ist weniger ihr Job gemeint als ihr Lebenslauf, ihre Hobbys - oder eben auch ihre Nationalität. Was macht den Unterschied aus, wie funktioniert der Umgang mit den Landsleuten auf der Straße, wie mit den Kollegen auf der Wache? Aus dem drehscheibe-Archiv: Berliner Zeitung: "Rassistische Pöbeleien prallen an ihr ab" (Ablage-Nr. 1996150300); Gäubote (Herrenberg): "Engagierter Einsatz für Frauen in Uniform" (Ablage-Nr. 1999151415).
* Doch Polizeiarbeit ist nicht nur Action: Oftmals müssen die Beamten nicht nur mit den schlimmen Bildern zum Beispiel eines Unfalls klar kommen, sie müssen auch die nächsten Verwandten informieren und ihnen die schreckliche Botschaft überbringen. Wie macht man so was? Aus dem drehscheibe-Archiv: Frankfurter Rundschau: "Todesnachricht kam vom Rundfunk" (Ablage-Nr. 1993181200); Darmstädter Echo: "Die Überbringer der Todesbotschaft" (Ablage-Nr. 2000230405).
* Polizisten, Feuerwehrmänner, Rettungskräfte - das sind harte Männer, die mit allem fertig werden. Zwar hält sich dieser Mythos immer noch ein Stück weit, doch setzt sich inzwischen immer mehr die Erkenntnis durch, dass auch Helfer Hilfe brauchen, um mit dem Erlebten fertig zu werden. Für solche Fälle gibt es Mediatoren und Notfallseelsorger. Wie sieht deren Arbeit aus? Aus dem drehscheibe-Archiv: Die Harke (Nienburg): "Kirche und Rettungdienste ergänzen sich als Partner" (Ablage-Nr. 1996081516).
* Wie gehen die Bürger mit ihren Ordnungshütern um? Früher war der Schutzmann eine Respektsperson - ist er heute nur noch eine Lachnummer? Was geht in einem Polizisten vor, wenn er aus der Menge heraus als "Bulle" oder noch Übleres beschimpft wird?
* Und nicht zuletzt freut man sich, auch mal etwas Nettes über die Polizei zu lesen. Kleine Geschichten, wie die Streife die werdende Mutter gerade noch in den Kreissaal bringt, die Beamten einen Schwan vom Eis holen oder Ähnliches. Nett ist auch ein kleines Lexikon der Funksprache, das zum Schmunzeln einlädt. Aus dem drehscheibe-Archiv: Rheinische Post (Düsseldorf): "Es funkt - Flirt mit Florentine" (Ablage-Nr. 2004130500).
Polizei in Serie
Gerade im Bereich Polizei bieten sich zahlreiche Serien an. Denn die ist schon lange mehr als der Schutzmann um die Ecke. Dabei muss man nicht ausgetretenen Pfaden folgen, sondern kann zum Beispiel einmal die weniger bekannten Einsatzkräfte in den Mittelpunkt der einzelnen Serienteile rücken - wie zum Beispiel jene, die Umweltsünder verfolgen. Oder die Spezialisten von der Spurensicherung oder der Sitte, die Waffenexperten, die Kriminaltechniker oder die Finanzermittler. Oder man stellt Fahnder und ihre Fälle vor und schaut einem Experten für Unfallfluchten über die Schulter. Natürlich kann man auch den örtlichen Beamten die netten, kleinen Begebenheiten aus seinem Polizeidienst erzählen lassen. Infos zum Thema: http://www.polizei.de; http://www.gdp.de Aus dem drehscheibe-Archiv: Stuttgarter Nachrichten: "Skelett im Gebüsch: Mord nach Jahren geklärt" (Ablage-Nr. 2002122223); Göttinger Tageblatt: "Polizeiarbeit fängt im Kindergarten an" (Ablage-Nr. 1999230506); Wiesbadener Kurier: "Der "Traumarbeitsplatz" wird zum Alptraum" (Ablage-Nr. 1999160506).
Mordsgeschichten
Mord und Totschlag interessieren die meisten Leser. Auch Fälle, die viele Jahre zurückliegen, aber nie aufgeklärt wurde, haben noch immer ihren Reiz. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, diese Themen aufzugreifen.
* Ungeklärte Mordfälle können im Rahmen einer Serie noch einmal aufgerollt werden, vielleicht kann man Experten gewinnen, die aus heutiger Sicht auf die Probleme des Falls aufmerksam machen. Infos zum Thema: http://www.bka.de/fahndung/personen/mordfaelle/index.php Aus dem drehscheibe-Archiv: Süddeutsche Zeitung (München): "Ungeklärte Kriminalfälle" (Ablage-Nr. 1990171300); Magdeburger Volksstimme: "Der Tod der fünf Neugeborenen" (Ablage-Nr. 2002121415).
* Man könnte einen pensionierten Polizeibeamten bitten, seine spektakulärsten Fälle noch einmal Revue passieren zu lassen. Infos zum Thema: http://de.wikipedia.org/wiki/Mord
* Schlagzeilen machen solche Altfälle, die mit Hilfe modernster Technik und DNA-Untersuchungen nach vielen Jahren doch noch geklärt werden können. Infos zum Thema: http://www.discovery.de/de/pub/specials/verbrecherwoche/dna_analyse.htm
Strafvollzug
2003 saßen in Deutschland 62 594 Menschen in Gefängnissen ein, knapp 2000 mehr als im Jahr davor. 2080 Personen verbüßen derzeit eine lebenslange Haftstrafe. Mehr Infos: http://www.destatis.de/basis/d/recht/rechts6.htm
* Wie sieht der Alltag in einem Knast aus? Das kann manchmal eine schwierige Recherche werden, weil weder Insassen noch die JVA-Leitung kritische Fragen gerne hören und vor allem durch Geldknappheit in vielen Fällen tatsächlich einiges im Argen liegt. Zudem ist es schwierig, den Wahrheitsgehalt der einen oder anderen Seite zu überprüfen. Dennoch lohnt sich die Mühe allemal und je nachdem ist sogar eine ganze Serie über den Gefängnisalltag möglich. Infos zum Thema: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,2035039,00.php; http://www.planet-tegel.de/portal_dt/htm/home/home1.shtml Aus dem drehscheibe-Archiv: Sonntag Aktuell (Stuttgart): "Alterssitz hinter Gittern" (Ablage-Nr. 2004011617); Heidenheimer Zeitung: "Trotz der drangvollen Enge" (Ablage-Nr. 1988191718)
* Was passiert mit Frauen, die bei ihrer Verurteilung schwanger sind? Welche Möglichkeiten gibt es für verurteilte Frauen mit Kindern? Infos zum Thema: http://www.vaeter-aktuell.de/presse2000/Gesellschaft000513.htm; http://www.3sat.de/3sat.php?; http://www.3sat.de/ard/sendung/47589/; http://www.sueddeutsche-tv.de/index.php?idart=179
* Trotz aller Kritik gibt es in vielen Justizvollzugsanstalten auch positive Beispiele. Diese besonders herauszustellen, kann eine reizvolle Aufgabe sein. Denkbar wäre auch, sich mit den "Randerscheinungen" im Knastalltag zu beschäftigen: Wie funktionieren Gefangenen-Transporte, wer plant Gefängnisse und wohin werden die selbst hergestellten Produkte verkauft? Infos zum Thema: http://www.jva-shop.niedersachsen.de/intro.htm
* Gut bezahlt ist der Job nicht gerade: der Justizvollzugsbeamte. Was bewegt Männer und Frauen, diesen Beruf zu ergreifen, mit welche Problemen müssen sie sich im Alltag herumschlagen, leiden sie nicht unter dem negativen Image, den der Beruf in der Öffentlichkeit hat - und ist in manchen Fällen nicht auch ein Stück Wahrheit dabei? Infos zum Thema: http://www.bsbd.de
Finanzen
Grundsätzlich gilt: Die Länder haben kein Geld, es wird an allen Ecken gespart - auch bei der Justiz und der Polizei. Haushaltssperren und Einstellungsstopps machen Gerichten, Kreispolizeibehörden und Justizvollzugsanstalten zu schaffen. Mehr Infos: http://www.destatis.de/basis/d/recht/rechts7.php
* Bei der Justiz ist längst nicht alles so, wie es sein sollte: Untersuchungshäftlinge werden laufen gelassen, weil Staatsanwaltschaft und Gerichte überlastet sind, es an Personal fehlt und Verfahren nicht termingerecht durchgeführt werden können. Ist uns Gerechtigkeit zu teuer geworden? Liegt es tatsächlich daran, wie von Ministerseite behauptet, dass die Juristen die Segnungen der modernen Technik verschlafen haben? Was sagen die Juristen dazu - immer vorausgesetzt jemand wagt das offene Wort -, welche Erfolge zeigt die in einigen Ländern angestrebte Budgetierung? Vielleicht reicht es ja auch, einfach einmal den Alltag eines völlig überlasteten Amtsrichters zu schildern, um so das Problem deutlich zu machen. Infos zum Thema: http://www.drb.de Aus dem drehscheibe-Archiv: Aachener Nachrichten: "Ankläger ertrinken in der Flut von Verfahren" (Ablage-Nr. 2000111800); Heilbronner Stimme: "Nackte Zahlen sind nur die halbe Wahrheit" (Ablage-Nr. 1997081000S); Heidenheimer Zeitung: "Verfahrensflut vorm Arbeitsgericht" (Ablage-Nr. 1996121800).
* Auch bei der Polizei wird gespart: immer mehr kleine Wachen werden geschlossen, die Bürger bemängeln eine unzureichende Polizeipräsenz - schützt der Staat seine Bürger noch genug? Und schützt er seine Beamten ausreichend? Vielerorts klagt die Polizei über mangelhafte oder unzureichende Ausstattung, während die Verbrecher immer besser ausgerüstet sind. Welche Auswege aus der Krise gibt es? Infos zum Thema: http://www.polizei.de; http://www.gdp.de; http://www.dpolg.de Aus dem drehscheibe-Archiv: Stuttgarter Zeitung: "Oberkommissar Jäger ermittelt notfalls auch in kurzen Hosen" (Ablage-Nr. 2004130900); Südkurier (Konstanz): "Der Dienstwagen aus der Porto-Kasse" (Ablage-Nr. 1996240600).
* Da der Geldmangel ein generelles Problem der Ermittlungsbehörden ist, ist auch ein Rundumschlag denkbar - von der Polizei über die Staatsanwaltschaften und Gerichtsmediziner bis hin zu den Gerichten und Justizvollzugsanstalten. Infos zum Thema: http://zeus.zeit.de/text/2003/47/Rechtsmedizin-Inst_
Hintergrund
Gerichtsgeschichten und Polizeiberichte lassen sich oft als Aufhänger benutzen, um ein bestimmtes Problem generell zu beleuchten oder zu vertiefen.
* Immer häufiger beschäftigen sich die Richter nun mit dem Problem des "Stalking", das längst nicht nur Prominente betrifft. Ein Bericht über einen entsprechenden Prozess könnte mit einem Stichwort angereichert werden, das den Begriff erklärt, während Experten Tipps geben, wie man mit dem Problem am besten umgeht. Infos zum Thema: http://www.pechstaedt.de/kanzlei/stalking.htm
* Eine Mutter tötet ihr neugeborenes Baby. Warum geschieht das, was sagen Psychologen dazu? Welche Hilfsangebote gibt es für Schwangere oder junge Mütter, die mit der Situation nicht zurechtkommen? Infos zum Thema: http://www.caritas.de/2310.php; http://www.medizinfo.de/kopfundseele/depression/wochenbettpsychose.htm
* Mehr als ein Viertel aller Gewaltdelikte in Deutschland werden nach Expertenschätzungen unter Alkoholeinfluss begangen, Gewalt und Alkohol ergeben eine gefährliche, ja sogar oft tödliche Mischung. Vor Gericht müssen sich die Täter dann meist wegen Totschlags verantworten, oft begangen im Zustand verminderter Schuldfähigkeit. Welche Erfahrungen haben Staatsanwälte, Fachärzte und Justizvollzugsbeamte damit? Wie geht es nach der Verurteilung mit den Tätern weiter? Infos zum Thema: http://www.polizei.propk.de Aus dem drehscheibe-Archiv: Vogtland-Anzeiger: "Er hat die Liebe aus mir herausgeprügelt" (Ablage-Nr. 1995100607).
* Oft hat die Polizei Probleme, an so genannte "Randgruppen" oder ausländische Jugendliche heranzukommen. In einigen Städten werden nun "Polizeifreiwillige" gesucht, die aus diesen Gruppen kommen, und so den besseren Kontakt herstellen. Eine gute Gelegenheit, um die Problematik an sich aufzugreifen.
Hilfe
Immer wieder gibt es Polizeimeldungen, in denen von Trickbetrügereien berichtet wird. Natürlich kann man diese einfach als Meldung veröffentlichen; es bietet sich in vielen Fällen jedoch an, diese mit einem Serviceteil zu einer richtigen Geschichte oder gar einer kleinen Serie zu verarbeiten. Gleiches gilt für Postwurfsendungen, die einem Gewinne vorgaukeln, aber in Wirklichkeit Verkaufsfahrten der übelsten Sorte sind oder Ahnungslose zu Katalogbestellungen überreden sollen. Infos zum Thema: http://www.pfiffige-senioren.de Aus dem drehscheibe-Archiv: Heidenheimer Zeitung: "Nur die Kohle zählt" (Ablage-Nr. 2000161500); Badisches Tagblatt: "Dem Traum vom schnellen Geld folgt oft ein bitteres Erwachen" (Ablage-Nr. 1994094095AD).
Recht
Wer kennt sich schon aus im Recht? Zumindest alle die, die nicht Jura studiert haben, tun sich schwer mit Paragrafen und rechtlichen Bestimmungen. Warum also dem Leser nicht Schützenhilfe leisten, denn viele Probleme sind so allgemeingültig, dass fast jeder Leser etwas davon hat - ob es nun ums Namensrecht, den Kündigungsschutz, Familienrecht oder Steuerrecht geht. Dabei kann die Zeitung zwar nicht den Anwalt ersetzen. Sie kann aber generelle Leitlinien vorstellen, zum Beispiel auch mit Hilfe eines Fachanwalts. Oft geben auch Polizeimeldungen oder Ereignisse vor Gericht Anlass, sich einmal näher mit den rechtlichen Hintergründen zu befassen. Infos zum Thema: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/urhg/ Aus dem drehscheibe-Archiv: Wetzlarer Neue Zeitung: "Die Bestellung per Katalog und Internet" (Ablage-Nr. 2001091314); Badische Neueste Nachrichten: "Warum gibt es hier kein Widerrufsrecht" (Ablage-Nr. 1999100400).


