"Besser geht immer"

Der Mitveranstalter Johann Oberauer über den European Newspaper Congress 2008

 

Kongressmitveranstalter und Verleger Johann Oberauer beim European Newspaper Congress 2008

Herr Oberauer, beim European Newspaper Congress waren dieses Jahr mehr Teilnehmer denn je. Fast 600 Blattmacher kamen ins Wiener Rathaus. Was weckt dieses zunehmende Interesse für Ihre Ideenbörse für Design und Konzept?
Ich beobachte die Szene bereits mehr als 20 Jahre. Und die Zeitungsmacher sind jetzt so aufgerüttelt wie nie zuvor. In vielen Häusern hat ein Generationenwechsel stattgefunden. Und die jungen Macher sind hungrig nach Erfolgen. Die Situation für die Zeitungsverlage ist besser geworden. Und die wirtschaftliche Verschnaufpause wird vielerorts genutzt, um neue Wege zu gehen. Es wird immer mehr oder weniger erfolgreiche Zeitungen geben. Aber es ist die Aufgabe jedes Einzelnen das Beste zu versuchen. Jedes Jahr wieder kommen verdammt kreative Leute hier nach Wien. Es lohnt sich das anzuschauen und auch abzukupfern.

 

Zeitung – Internet, ist das mehr eine Hassliebe?
Das Internet ist nicht der Feind der Zeitungen, das hat sich mittlerweile herausgestellt. Im Gegenteil: Die technischen Möglichkeiten des Internets erkennen zahlreiche Zeitungsmacher als Chance. Jedes Medium hat seine Stärken und Schwächen.

Die wären?
Das Internet ist unglaublich schnell – den Layoutern sind jedoch Grenzen gesetzt. Zeitung hat mehr Zeit. Das ist ein Vorteil, wenn die Redaktionen die Zeit  nutzen, um mit einem intelligenten und umfassenden Angebot daherzukommen.

Den European Newspaper Award für Zeitungsdesign und Konzepte gibt es nun bereits seit neun Jahren. Geht es denn noch innovativer als die Hauptpreisträger aus diesem Jahr: Eleftheros Tipos, el Periódico de Catalunya, The Mayo News und Welt am Sonntag?
Mein Eindruck ist, dass die wirklich guten Tages- und Wochenzeitungen bereits seit zehn Jahren auf einem visuell und konzeptionell anspruchsvollen Level sind. Eine Steigerung der Qualität ist bei den Topmachern fast nur noch in Nuancen erkennbar. Anders als noch vor 15 Jahren, als die Qualitätsschritte größer waren. Aber besser geht natürlich immer.

Was wünschen Sie sich für den zehnten European Newspaper Congress in 2009?
Neue Überraschungen: viele tolle Zeitungen und Konzepte, die sich sehen lassen können. Die Idee hinter dem Kongress ist neben der Ideenbörse eine Plattform für Kontakte, Gespräche und einen europäischen Austausch zu liefern. Und dies wird mit  jedem Jahr beliebter, das zeigen die Teilnehmerzahlen.

 

Interview: Patricia Dudeck

 

Zur Person: Johann Oberauer verlegt im Medienfachverlag Oberauer neben weiteren journalistischen Fachzeitschriften das MediumMagazin, den Schweizer sowie den Österreichischen Journalist und betreibt das deutsch-österreichische Onlineportal newsroom.de/-.at.

 

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