Die Rhein-Zeitung erweitert die Realität im Blatt

- In der Zeitung erscheint ein Marker. Wer es ausprobieren will, kann sich den Marker auch auf der Website der Rhein-Zeitung ausdrucken.
Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Kölner Dom, halten Ihr Smartphone in die Richtung, und auf dem Bildschirm erscheinen neben dem Bauwerk Informationen zu Geschichte, Entstehung und aktuellen Veranstaltungen. Möglich macht dies die neue Technik Augmented Reality (erweiterte Realität), der Experten eine glänzende Zukunft voraussagen. Dabei wird die reale Welt gefilmt und später werden am Bildschirm über eine Software Informationen in das Video eingefügt. Diese so genannte AR-Technik ist aber nicht nur für Touristen interessant. Auf dem Forum Lokaljournalismus wurde sie und ihr möglicher Nutzen für Lokalzeitungen in einem Vortrag diskutiert. Die Rhein-Zeitung (Koblenz) hat sie nun als erster Regionalverlag in Deutschland ausprobiert.

- Dann den Marker vor die Webcam halten...
"Eigentlich wollte ich einen Bericht über ein Spiel machen, das mit dieser Technik funktioniert, und es ausprobieren", sagt Lars Wienand, Redakteur der Rhein-Zeitung. Während der Recherche stieß er auf die Firma Empea, die unter anderem AR-Software programmiert. "Im Gespräch entstand die Idee, dies auch für die Zeitung auszuprobieren", so Wienand weiter.
Das Ergebnis konnten die Leser der Rhein-Zeitung eine gute Woche später ausprobieren. Das Blatt druckte zu einem entsprechenden Text, der die Technik erläuterte, ein schwarzes Symbol, den so genannten Marker. Wenn dieser vor eine Webcam gehalten wird, erhebt sich das Maskottchen der Rhein-Zeitung - eine Biene - aus dem Blatt, dreht sich und winkt. Außerdem wird ein Video gezeigt.

- ...und schon erscheint die Biene als 3D-Bild
Erstmal eine Spielerei. Aber eine mit Zukunft, hofft Wienand. "Die liegt auf zwei Ebenen", sagt der Redakteur. "Zum einen ist es spannend für die Redaktion, da sich Dinge ganz neu illustrieren lassen. Aber es ist auch eine interessante Werbeform." Wobei der Aufwand allerdings beträchtlich und auch nicht ganz billig sei. Genaue Angaben zu den Kosten der virtuellen Zeitungsbiene wollte Wienand vorerst nicht geben. Wie es nun weitergeht, wird in den kommenden Wochen und Monaten diskutiert. Eine perspektivische Idee: Das Gelände zur Bundesgartenschau 2011 mit der Technik zeigen.
Um es wirklich zu verstehen, muss man es gesehen haben. Im Video erläutert Lars Wienand, wie es funktioniert (einfach auf das graue Feld klicken):


