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Modellseminar für Lokaljournalistinnen und
Lokaljournalisten von Tageszeitungen
Audio-Slideshows:
Im Rahmen des Seminars hatten die Teilnehmer einen Tag Zeit eine eigene Audio-Slideshow zu produzieren. Die originellen und sehenswerten Ergebnisse gibt es hier: Audioslides
Inhalt:
Die Geschichte muss stimmen! Aber eine herzzerreißende Liebesstory und die große Katastrophe, die Leser unweigerlich bannen, sind die Ausnahme im Lokalen. Doch auch im Alltäglichen liegen spannende Geschichten. Sie müssen nur richtig gut erzählt werden.
Storytelling heißt der Bogen, der sich über allem spannt: Von der urigen Saga am Lagerfeuer über Erzählungen, die Unternehmen und Produkten eine eigene Identität geben, bis hin zu lokalen Themen, die Tageszeitungen für Print, als Audioclip oder Videofilm jeweils unterschiedlich aufbereiten. Was sie eint? Ein relevanter Inhalt, der emotionale Gehalt und eine mitreißende Dramaturgie, die Leser, Hörer und Zuschauer packen. Diese Qualitäten werden für die Tageszeitung immer wichtiger, wenn sie den bewegten Bildern im Fernsehen und auf Youtube und der Unmittelbarkeit des Radios etwas entgegensetzen will. Und sie sind unerlässlich, wenn Redaktionen überlegen, wie sie die Stärken der anderen Medien für sich selbst nutzen können.
Das Modellseminar Storytelling vermittelt:
− wo Lokaljournalisten diese Geschichten systematisch suchen und finden können; − was ihren Texten erzählerische Kontur verleiht; − wie komplexe Themen durch graphische Aufbereitung verständlicher werden; − welche Inhalte über welchen Sendekanal ideal transportiert werden.
Darüber berichten Wissenschaftler und Praktiker in Vorträgen und Diskussionsrunden. Die Arbeitsgruppen erstellen – ganz praktisch – Themen für die Redaktion und probieren multimediale Herangehensweisen aus. (Hier gibt's den Flyer als PDF)
AG 1: Geschichten entdecken
Weg vom Bericht: Neue Blicke auf die Lokalpolitik Mehrstündige Debatten über die Abwassergebühren, komplizierte kommunale Haushalte, Gebührensatzungen für die städtischen Kindergärten. Okay, das ist wichtig. Aber wer will das in der Zeitung lesen? Alle – wenn wir die Geschichten lesernah aufbereiten, wenn wir weggehen von Debatten- und Ergebnis-Berichten. Wir suchen einen neuen Zugang zur Kommunalpolitik, gehen kreativ und unkonventionell mit den Themen um, entdecken die Geschichten hinter der Rathaus-Verlautbarung. Wir erzählen aus der Sicht der Betroffenen. Wir machen damit Politik transparent, erlebbar und spannend. Ziel ist eine Themensammlung.
AG 2: Geschichten erzählen
„Mit einem Erdbeben anfangen, dann langsam steigern!“ Erzählen ist mehr als berichten. Wir wollen einen Kriterienkatalog erarbeiten, der das Erzählen für die Leser spannend, überraschend und fühlbar macht. Stil, Sprache und Aufbau der Geschichte, ungewöhnliche Einstiege und prägnante Formulierungen müssen Leseanreize schaffen. Gefragt ist außerdem der Mut der Autoren, subjektiv und emotional zu schreiben. Berichten kann informieren, erzählen kann fesseln.
AG 3: Geschichten sichtbar machen
Mit Fotos und Info-Grafiken überzeugen Die Baustellen-Umleitung, der Blick in den Rettungswagen, die Statistik der Sitzenbleiber. Gucken statt lesen. Was aus Magazinen nicht wegzudenken ist, wird in Tageszeitungen oft stiefmütterlich behandelt. Dabei kann eine gute Grafik 70 Zeilen ersetzen, ein Bild den Leser überraschen, eine eigene Geschichte erzählen. Die Arbeitsgruppe sammelt alltagstaugliche Ideen: Wie lassen sich wiederkehrende lokale Geschichten in Bildern erzählen? Was braucht eine informative Grafik? Wie können Fotos inszeniert werden?
AG 4: Geschichten weiterdrehen
Das ganze Bild im Netz: Text, Ton und Video. Ob rasante Achterbahn-Fahrt oder Lebensgeschichte im O-Ton – manches ist online besser zu vermitteln als in der Zeitung. Am praktischen Beispiel arbeiten wir die Stärken des jeweiligen Mediums heraus und lernen, sie für unsere Geschichte zu nutzen. In kleinen Teams produzieren wir Audio-Slideshows und sammeln auch Ideen für Interaktion mit dem Leser.
Veranstalter Bundeszentrale für politische Bildung / bpb Fachbereich Multimedia /Journalistenprogramm und deren Projektteam Lokaljournalisten (PLJ)
Seminarleitung Gabi Pfeiffer, freie Journalistin, Fürth Katrin Teschner, Braunschweiger Zeitung
Arbeitsgruppenleitung Ralf Blasig, Goslarsche Zeitung Robert Domes, freier Journalist, Irsee Olaf Moos, Lüdenscheider Nachrichten Maike Wessolowski, Zeitungsgruppe Lahn-Dill, Wetzlar
Tagungsreader Volker Dick, freier Journalist, Gummersbach
Zielgruppe Das Modellseminar richtet sich an Lokalredakteurinnen und Lokalredakteure von Tageszeitungen.
Konzept Die Modellseminare der Bundeszentrale für politische Bildung / bpb sind angelegt als länger andauernde Redaktionskonferenzen mit Gästen. Sie bieten einen fünftägigen Erfahrungsaustausch mit Lokalredakteurinnen und Lokalredakteuren von Tageszeitungen. Die Journalistinnen und Journalisten erarbeiten in den Seminaren praxisnahe Konzepte. Die Modellseminare sind wichtiger Bestandteil des Lokaljournalistenprogramms der bpb.
Kosten Die Seminargebühr beträgt 120 Euro und ist am Anreisetag zu bezahlen. Die Verpflegungs- und Übernachtungskosten übernimmt der Veranstalter. Fahrtkosten werden nicht erstattet.
Tagungsort Theodor-Heuss-Akademie Theodor-Heuss-Straße 26 51645 Gummersbach Tel +49 (0)2261 3002112 Fax +49 (0)2261 300221 www.theodor-heuss-akademie.de
Tagungsorganisation und Anmeldung Johannes Bilstein Bundeszentrale für politische Bildung / bpb Fachbereich Veranstaltungen Adenauerallee 86 53113 Bonn Tel +49 (0)228 99515-252 Fax +49 (0)228 99515-293 bilstein@bpb.de
Noch Fragen zum Seminarinhalt? Berthold L. Flöper floeper@bpb.de www.bpb.de/lokaljournalistenprogramm www.drehscheibe.org
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