Lokaltipp März 2024

Der politische Skandal von nebenan

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(Foto: Screenshot tz)
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Ein Artikel der tz aus München zeigt, wie sich die Versäumnisse der Wohnungspolitik des Freistaats Bayern im Münchner Stadtbild manifestieren.

Idee

Im Jahre 2013 verkaufte der Freistaat Bayern rund 33.000 Wohnungen der Gemeinnützigen Bayerischen Wohnungsgesellschaft (GBW) an eine Augsburger Immobilienfirma. Aus wohnungspolitischer Perspektive stellte der Verkauf einen Skandal dar. Günstiger Wohnraum wurde an höchstbietende Investoren verkauft, in zahlreichen Fällen luxussaniert und so für die Vielzahl der Mieterinnen und Mieter unbezahlbar gemacht. Zehn Jahre später macht der gemeinnützige Verein Münchner Forum mit einer interaktiven Karte auf genau solche Ausverkäufe aufmerksam, allen voran auf den GBW-Verkauf von 2013. „Die Karte zeigt auf einen Blick, wie viel in den vergangenen 20 bis 30 Jahren verkauft wurde. Das wollten wir unbedingt aufbereiten“, sagt Redakteurin Isabel Winklbauer, die sich für die tz mit dem Thema befasste.

Konzept 

„Ich habe die Karte des Münchner Forums ausgewertet und die einzelnen Fälle weiter recherchiert. Dabei wollte ich das Problem der Wohnungsprivatisierungen deutlich machen, zum anderen aber auch Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wenn sie auch in diesem Fall nur begrenzt vorhanden sind.“ Dafür sprach Winklbauer mit Florina Vilertshofer vom Münchner Forum, die vor allem die Politik in der Pflicht sieht. Eine Gesetzesänderung etwa würde ermöglichen, dass Wohnungen nicht mehr nur an Höchstbietende verkauft würden, sondern auch an Träger, die bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen. Dass nicht alle die Notwendigkeit einer solchen Reform sehen, verdeutlicht Winklbauer durch Stimmen aus der Politik, die sie dem Vorschlag entgegensetzt.

Umsetzung 

Die Karte des Münchner Forums illustriert den Artikel. Fünf Fotos von Gebäu- den sind darunter abgebildet, die sich über Nummerierungen auf der Karte wiederfinden lassen. „Das soll plastisch vorführen, dass es sich dabei auch um Gebäude handelt, die die Leser selbst kennen.“ Die Titelseite der tz kündigte den Artikel unter der Schlagzeile „Der große Ausverkauf – Wie der Staat mit Münchener Wohnungen Milliarden macht“ an.

drehscheibe tipp

Bezahlbarer Wohnraum ist mancherorts immer schwerer zu finden. Wie können sich Bürgerinnen und Bürger für eine fairere Wohnungspolitik engagieren, welche Handlungsspielräume gibt es? Redaktionen stellen Vereine und Initiativen aus ihrer Region vor.

Isabel Winklbauer

ist Redakteurin des Münchner Merkur und der tz.

Email
isabel.winklbauer@merkurtz.de

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