Musterkonzept

Falschmeldungen Paroli bieten

von Rouven Kühbauch

Kondensstreifen
Verschwörungstheorien, zum Beispiel über Kondensstreifen, werden gerne für Fake News genutzt.

Die Möglichkeit, Dinge in den Sozialen Medien schnell mit vielen Menschen zu teilen, sorgt für eine rasante Verbreitung von Falschaussagen und Gerüchten. Sind diese erst einmal im Umlauf, ist es schwierig, sie zu stoppen. In Wahlkampfzeiten können – mutwillig oder unbedarft verbreitete – Behauptungen und Falschaussagen Stimmungsbilder beeinflussen und einigen Kandidaten schaden, während andere davon profitieren. Neben den sogenannten Trolls, denen es darum geht, unbedarfte Nutzer hereinzulegen, werden Falschmeldungen auch ganz bewusst zur Manipulation eingesetzt, wie die "Fake News"-Debatte zur US-Wahl gezeigt hat. Wie kann sich die Zeitung dem Thema Fake News nähern? Und wie lässt sich die Manipulation öffentlicher Meinung verhindern?

Idee

Die Zeitung recherchiert solche Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken, wie Facebook und Twitter. Ihre Leser kann die Redaktion in die Suche einbinden, indem sie einen Aufruf auf Facebook startet, mit der Bitte, Falschmeldungen an die Zeitung weiterzuleiten. Sie wählt ein Beispiel aus, das sich besonders rasant verbreitet hat. Diese virale Falschmeldung wird dann dekonstruiert. Der Prozess und die wirkliche Faktenlage werden en détail den Lesern vorgestellt.

Umsetzung

Die Zeitung verfolgt den Verbreitungsweg der Falschmeldung und recherchiert die Person, welche die Meldung in die Welt gesetzt hat. Wer steckt hinter den Meldungen und welche Absichten haben die Personen? Das versucht die Zeitung herauszufinden. Auch einige Nutzer, welche die Meldung weitergeleitet und verbreitet haben, werden interviewt. Durch die Interviews soll geklärt werden, welche Gründe die Verbreitung solcher Meldungen hat und welche Mechanismen hinter viralen Entwicklungen stecken.

Dreh

Viele Nutzer fallen auf die Art und Weise, wie Fake News das Sensationsbedürfnis befriedigen herein und verbreiten die gefälschten Nachrichten unbedarft weiter. Andere verbreiten die falschen Nachrichten womöglich trotz besseren Wissens weiter, weil es ihrer persönlichen Meinung entsprecht. Wie aus einzelnen Reaktionen jedoch eine große Welle entsteht und welche Folgen das haben kann, zeigt die Zeitung und enttarnt die Reaktionsmuster, die die Macht von Fake News begünden.

Veröffentlichungsweise

Print und Online

Die Jagd nach dem Geheimnis viraler Falschmeldungen wird als Reportage gestaltet. Neben den Interviews mit den Beteiligten kommen Experten aus der Sozial- und Medienwissenschaft zu Wort, die das Phänomen erläutern.

Social Media

Fake News sind ein Phänomen der sozialen Medien, weshalb die Umsetzung auf den entsprechenden Kanälen besonders wichtig ist. Artikel mit Clickbaiting-Überschriften können als Stilmittel (ausnahmsweise) genutzt werden, um die Falschmeldungen in der Art und Weise, wie sie selbst die Sensationsgier ansprechen, zu persiflieren.

Unter ausgewählten echten Falschmeldungen kann die Redaktion darüber hinaus in der jeweiligen Kommentarspalte Diskussionsplattformen schaffen. Dort übernimmt ein Redakteur die Moderation und dient als Informationsquelle.

Ein Quiz mit echten Überschriften aus solchen Fake-News und Überschriften von Medien aus der Region bietet den Lesern zusätzlich eine spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema. So könnte die Zeitung über einen festgelegten Zeitraum zwei Überschriften pro Tag posten und fragen, welche der beiden Fakten einleitet – und welche zu einer Falschmeldung gehört.

Die Redaktion empfiehlt:
Screenshot der Ruhr Nachrichten

Das amerikanische Portal Breitbart.com veröffentlicht eine Falschmeldung zu Silvester in Dortmund und nennt die Ruhr Nachrichten als Quelle. Die Folge: Ein rechtspopulistischer Shitstorm. Die drehscheibe sprach mit Peter Bandermann, Lokalredakteur der Ruhr Nachrichten.

Teaserbild (c) Fotolia - Coloures-pic

Artikelbild (c) Wikimedia Commons - Prashanta (Lizenz: CC-BY-SA 3.0)

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