Ideensammlung

Diese Themen sollten wir nicht vergessen

von Maleen Harten

Ein Ausblick auf die Themen des Jahres 2021. (Foto: AdobeStock/ nicoletaionescu)
Ein Ausblick auf die Themen des Jahres 2021. (Foto: AdobeStock/ nicoletaionescu)

Corona dominiert die Schlagzeilen. Dadurch sind viele Themen, die von großer Relevanz für unsere Gesellschaft sind, in den Hintergrund gerückt. Die drehscheibe gibt einen Überblick, was sonst noch wichtig ist und wie darüber berichtet werden kann.

Klimakrise/ Fridays for Future

Lange Zeit beherrschten der Klimawandel und die „Fridays for Future“-Bewegung die Schlagzeilen. Doch die Corona-Pandemie hat die Debatte in den Hintergrund verdrängt. Dabei war das Jahr 2020 eines der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, und die Prognosen der Klimaexperten sind alles andere als hoffnungsvoll. Laut den Vereinten Nationen ist das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, bereits in weite Ferne gerückt.

Tipp: Blick ins Archiv: Die Redaktion sucht Artikel aus den vergangenen Jahrzehnten heraus, die sich mit dem Klimawandel beschäftigten. Wie haben sich die Berichterstattung, der Protest, die Probleme und die Forderungen verändert? Aktuelles: Wie haben sich die vergangenen, warmen Sommer auf den Wald in der Region ausgewirkt? Außerdem: Videointerviews mit lokalen Klimaschützern aus verschiedenen Generationen.

Im neuen Jahr könnten die Proteste der Fridays for Future-Bewegung weitergehen.. (Foto: AdobeStock/ ink drop)
Im neuen Jahr könnten die Proteste der Fridays for Future-Bewegung weitergehen.. (Foto: AdobeStock/ ink drop)

Verkehr

Volle Autobahnen, schlechte Luft: Die negativen Seiten des Autofahrens sind nicht zu übersehen. Dennoch ist das Auto das beliebteste Fortbewegungsmittel, in Deutschland sind mehr als 47 Millionen Autos unterwegs – und es werden mehr. 2020 wurde die Automobilindustrie mit mehreren Milliarden Euro unterstützt, etwa in Form von Abwrack- und Kaufprämie. Erst im November beschloss der Bund, erneut zwei Milliarden in die Auto- und Zulieferindustrie zu stecken. Damit soll die Umstellung auf klimafreundliche Antriebe und automatisiertes Fahren angetrieben werden.

Tipps: Verkehrswende – oder doch nur Greenwashing? Die Redaktion startet eine Serie. Wird in der Region die Entwicklung nachhaltiger Fortbewegungsmittel vorangetrieben? Welche Entscheidungen traf der Stadtrat, um den Verkehr grüner zu machen?

Brexit

War da was? Seit Beginn der Corona-Pandemie rückte das Thema Brexit immer mehr in den Hintergrund. Seit dem 1. Februar 2020 gehört das Vereinigte Königreich nicht mehr zur Europäischen Union. Die im Austrittsabkommen festgelegte Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 sollte Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung Zeit geben, sich auf das Ende der Übergangsphase vorzubereiten. An Weihnachten kam es dann noch zum Abschluss eines Abkommens, das die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der EU und Großbritannien regelt.

Tipps: Welche Folgen hat der endgültige Austritt Großbritanniens (und das geschlossene Abkommen) für die Region? Politikerinnen und Politiker und Wirtschaftsfachleute befragt. Schwerpunktseite. Dazu: „Wir wollen Kontakt halten.“ Wie sich deutsch-britische Freunde auf die neuen Gegebenheiten einstellen.

Großbritannien hat die EU endgültig verlassen. (Foto: AdobeStock/kts design)
Großbritannien hat die EU endgültig verlassen. (Foto: AdobeStock/kts design)

5G-Netzausbau

Seit einiger Zeit ist in Deutschland die Aufrüstung auf das Mobilfunknetz 5G geplant. Dieser neue Mobilfunkstandard verspricht schnellere Datenverbindungen und soll Deutschlands Weg in die digitale Zukunft sein. Doch noch lässt ein flächendeckender Ausbau auf sich warten, denn wichtige Fragen sind nach wie vor ungeklärt. So ist noch immer offen, wer die Technik zum Netzausbau liefern soll.

Tipp: Interviews mit lokalen Initiativen, die sich gegen 5G engagieren. Was sind die Gründe für ihren Protest? Und wie stufen Experten die Argumente ein? Außerdem: Wo hapert es in der Region mit dem 5G-Ausbau? Welche Schritte wären dringend nötig?

Integration

Im Jahr 2019 hatte sich die Situation der Geflüchteten aus Syrien und anderen Ländern, die in Deutschland seit 2015 angekommen waren, Schritt für Schritt stabilisiert. Die anfängliche Überforderung der Behörden war funktionierenden Strukturen und einigen Erfolgen bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt gewichen. Durch die Corona-Pandemie wurde die Lage der Geflüchteten jedoch erneut erschwert. Denn Shutdown und Kontaktbeschränkungen führen zu Isolation, erschweren den Zugang zum Arbeitsmarkt und verzögern den deutschen Spracherwerb.

Tipps: Wie ist die Lage in den verbliebenen Unterkünften der Region? Können die Menschen dort ausreichend Abstand halten? Außerdem ein Gespräch mit einer Arbeitsmarktexperin oder einem -experten: Wie hat sich die Lage der Geflüchteten durch Corona verändert? Gibt es ausreichend Arbeitsmöglichkeiten? Werden weiterhin genügend Deutschkurse angeboten?

Integration fängt in der Schule an (Foto: AdobeStock/Rido)
Integration fängt in der Schule an (Foto: AdobeStock/Rido)

Rente

Vor Corona war die Rente ein Dauerthema: Es wurde erbittert darum gerungen, was das sinnvollste Renteneintrittsalter sei und wie man das deutsche Rentensystem in Zukunft finanzieren könne. Die zuvor noch allgegenwärtige Angst vor Altersarmut scheint derzeit jedoch bei vielen von akuteren finanziellen Sorgen in Folge der Pandemie abgelöst worden zu sein.

Tipps: Gesprächsrunde zum Thema ­Rente: Lokalpolitikerinnen und -politiker und Rentenexperten diskutieren in einem redaktionellen Gespräch darüber, inwiefern die Folgen der Pandemie das Rentensystem belasten. Außerdem eine Reportage über Menschen aus der Region, die verarmt und ohne Angehörige gestorben sind und eine sogenannte „ordnungsbehördliche Bestattung“ bekommen haben. Was kann man noch über sie herausfinden?

Frauen in Führungspositionen 

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung von 2019 hat sich in den vergangenen Monaten nur wenig getan in den obersten Führungsetagen: Noch immer haben 80 Prozent der deutschen Unternehmen keine Frau in Aufsichtsrat oder Vorstand. Im Jahr 2020 schrumpfte der Frauenanteil in den Vorständen der 30 Dax-Unternehmen sogar um sechs Frauen. Daher werden nun Stimmen laut, die eine Rückbesinnung auf alte Rollenmuster im Zuge der Corona-Pandemie befürchten, etwa hinsichtlich der Kinderbetreuung.

Tipps: Ein Redakteur befragt Frauen und Männer zur Rollenaufteilung in der Familie: Wer übernimmt während der Pandemie innerhalb der Familie oder Partnerschaft welche Aufgaben? Außerdem: Redakteure porträtieren Frauen aus der Region in Führungspositionen (Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien, öffentlicher Dienst) und fragen sie nach ihrer Meinung zur Frauenquote.

Veröffentlicht am

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentieren

Bei den mit Sternchen (*) markierten Feldern handelt es sich um Pflichtfelder.