Internetwerkstatt

Automatisierte Recherchehelfer

von Christina Quast

aus drehscheibe 14/2019

Es kann viel Zeit kosten, bei Nachrichten über ein Thema wie den Mietendeckel oder eine Person wie den Bürgermeister online auf dem neuesten Stand zu bleiben. Immer wieder muss man den jeweiligen Begriff oder Namen neu ins Suchfenster eingeben. Hier sind sogenannte Alerts eine praktische Hilfe für Journalisten: Diese Meldedienste prüfen verschiedene Online-Quellen auf neue Ergebnisse für eine selbst definierte Suche und versenden die Ergebnisse automatisch per Mail.

Recherchehilfe

Zum beliebtesten kostenlosen Meldedienst Google Alerts gibt es eine empfehlenswerte Alternative, nämlich Talkwalker Alerts. Beide lassen sich sehr ähnlich konfigurieren, liefern aber durchaus unterschiedliche Ergebnisse. Die Alerts von Google und Talkwalker akzeptieren Suchbegriffe und zusätzliche Kriterien, um dann dauerhaft Online-Quellen auf neue Inhalte zu prüfen und sich per Mail zu melden – bis man einen Alert löscht.

Als Suchbegriff können Journalisten beispielsweise Themen, Namen oder Firmen eintragen, die für die lokale Recherche und Berichterstattung relevant sind. Und noch ein Hinweis: Für die Suche können die sogenannten Booleschen Operatoren – zum Beispiel „AND“, „NOT“, „OR“ sowie eine „Phrase“ oder „Wildcard“ – verwendet werden, um einen Alert genau zu definieren und nur relevante neue Ergebnisse zu erhalten. Etwa: Mietendeckel NOT Berlin, Mietendeckel OR Mitpreisbremse, „Henriette Reker“. Bevor man einen Alert abonniert, zeigen die Meldedienste auch eine aktuelle Vorschau für die eingegebene Suche.

Google Alerts

Die Startseite von Google Alerts bietet allgemeine Vorschläge für Alerts in Kategorien wie „Nachrichten“ oder „Unternehmen“. Oben ist der Suchschlitz mit dem Hinweis „Alert erstellen für …“. Sobald man eine bestimmte Suche eingetragen hat, abonniert man per Bestätigung alle neuen Inhalte dazu. Übrigens mit der Einschränkung, dass nur eine Google-Mail-Adresse zulässig ist.

Um Google Alerts noch genauer zu definieren, lassen sich noch folgende Optionen anzeigen und festlegen:

  • Häufigkeit der Benachrichtigungen: bei jeder Neuigkeit, täglich oder wöchentlich
  • Quellen für den Alert: Blogs, News, Web, Videos, Bücher, Diskussionen oder Finanzen. Voreingestellt ist eine automatische Auswahl, die leider nicht näher von Google erläutert wird
  • Sprache und Region: von Afrikaans bis Weißrussisch sowie von Afghanistan bis Zypern können Sprache und Herkunft der neuen Inhalte bestimmt werden
  • Anzahl: ist von relevanten Ergebnissen auf alle Ergebnisse erweiterbar, was für die Recherche sinnvoll ist

Talkwalker Alerts

Als „die beste ­kostenlose Alternative zu Google Alerts“ ­beschreiben sich die Talkwalker Alerts, die sich ähnlich wie bei Google einrichten ­lassen und dabei mehr Funktionen bieten. Die ­wichtigsten ­Vorteile sind, dass sich ein Alert mit einer beliebigen Mailadresse abonnieren und auch Twitter als Quelle überwachen lässt. Sonst bietet Talkwalker dieselben Optionen wie Google, auch wenn die Auswahl mit etwa 20 Sprachen und News, Blogs, ­Foren sowie Twitter als Quellen insgesamt g­eringer ist.

Eigene Alerts

Mit dem Automatisierungstool IFTTT kann man auch individuelle Alerts per Mail erstellen. Nach dem ­Muster „wenn dies, dann das“ lassen sich zum ­Beispiel für Stichworte, Beiträge oder ­Aktionen auch ­Benachrichtigungen auslösen. IFTTT macht es möglich, zahlreiche Dienste und ­Netzwerke zu überwachen, indem man ­sogenannte ­Applets mit den gewünschten Bedingungen zusammensetzt. Notwendig sind bestimmte Auslöser, wie eben Stichworte, Beiträge oder Aktionen in einem Dienst oder Netzwerk, um den Alert per Mail zu erhalten.

Fazit 

Alerts, die Online-Quellen ­überwachen und per Mail über neue Inhalte im Internet ­informieren, automatisieren die grundlegende Online-Recherche und helfen so, Zeit zu sparen, um andere Aufgaben in der Redaktion zu erledigen.

Links

Google Alerts: www.google.de/alerts

Talkwalker Alerts: www.talkwalker.com/de/alerts

Über IFTTT berichteten wir in der drehscheibe 05/2017: www.t1p.de/internetwerkstatt-0517

 

Christina Quast

Autorin

Christina Quast schreibt als freie Journalistin über digitale Tools und Themen. Sie gibt auch Seminare für Journalisten und ist seit Mitte 2018 für den Blog Journalisten-Tools.de verantwortlich.

Mail: mail@journalistentools.de
Internet: www.journalisten-tools.de

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