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Der Meta-KI-Agent

von drehscheibe-Redaktion

(Foto: AdobeStock/elenabsl)
Nicht wirklich ein Agent: Manus.im von Meta (Foto: AdobeStock/higyou).

Instagram, WhatsApp, Manus – so lautet die Einkaufsliste von Meta. Der Konzern übernimmt immer wieder digitale Dienste aus boomenden Branchen: erst ein Foto-Netzwerk, dann einen Messenger und nun einen sogenannten KI-Agenten namens Manus.im, die lateinische Bezeichnung für „Hand“ und die Länder-Domain für die Isle of Man. Lanciert wurde das KI-Werkzeug aber nicht in Europa, sondern im März 2025 in Singapur. Im Dezember 2025 wurde es von Meta gekauft. Das Unternehmen will den KI-Agent fortführen und in eigene Dienste integrieren, obwohl es dort auch schon Meta AI gibt.

KI im Computer und Messenger
Derzeit ist kein Konto bei Meta notwendig, um Manus. im zu nutzen: Es ähnelt in Design und Funktionen den allgemein bekannten KIs wie ChatGPT von OpenAI oder Gemini von Google. Aber Manus.im kann auch selbständig als KI-Agent arbeiten und Aufgaben ohne einen Menschen am Bildschirm erledigen. Dazu muss man Manus.im entweder auf dem Computer installieren und dort Zugriff gewähren oder mit einem Messenger verbinden, um Anweisungen zu senden. Interessant ist, dass hier auf Telegram, Slack und Line verwiesen wird, die nicht zu Meta gehören, während WhatsApp und Facebook Messenger noch nicht verfügbar sind und noch folgen sollen. Alle Neuigkeiten zu Manus.im kann man auch über das Glocken-Symbol erfahren.

Vom Texten zum Prompten
Durch die Verknüpfung mit einem der verfügbaren Messenger kann man Manus.im dort Anweisungen geben und Aufgaben stellen, die anschließend im Hintergrund bearbeitet werden. Denn der KI-Agent reagiert mit einer Bestätigung und einer Zeitangabe. Zum Beispiel „Das sollte in etwa 2 bis 3 Minuten fertig sein“, wenn man nach einer Liste der möglichen Endlager für Atommüll in einem Bundesland fragt, und zwar als Ort mit Landkreis. Die Antwort gibt es als fertige Textnachricht, das heißt, man sieht der KI nicht beim Arbeits- und Schreibprozess zu. Der Text im Messenger kann auch als Datei gespeichert und in einer anderen App geöffnet werden.

Mit der kostenlosen Version von Manus.im hat man nur Zugriff auf das Modell Manus 1.6 Lite und 300 Credits pro Tag als Arbeitskontingent, während für Anfragen über einen Mes- senger meist zwischen 100 und 150 Credits abgezogen werden. Für leistungsstärkere Modelle und mehr Anfragen muss gezahlt werden.

Manus.im im Messenger
Manus.im im Messenger

Vibes als KI-Netzwerk
Im Gegensatz zu Manus.im gibt es bei Meta.ai kein Bezahlmodell, aber es ist ein Konto bei Facebook oder Instagram erforderlich, um es zu nutzen. Es bietet ebenfalls klassische KI-Funktionen, aber ohne KI-Agenten für den Computer oder das Smartphone. Stattdessen ist Meta.ai schon in Netzwerke integriert, etwa mit vorgeschlagenen Fragen als Prompt unter Facebook-Beiträgen, die zur KI führen. Die Besonderheit bei Meta.ai ist der Menüpunkt „Vibes“, recht unauffällig zwischen den Optionen „Neuer Chat“, „Suchen“ und „Erstellen“ platziert.

Denn „Vibes“ ist kein Arbeitsschritt, sondern ein Feed mit ausschließlich KI-generierten Videos, der an TikTok oder Instagram erinnert. Die kurzen KI-Videos im Hochkantformat lassen sich mit echter Musik unterlegen und können dann gelikt und kommentiert oder auch in anderen Netzwerken und Diensten von Meta geteilt werden. Als Instagram-Reels, Facebook-Storys oder in WhatsApp und Facebook-Messenger geraten die KI-Videos dann zwischen reale Inhalte.

Meta oder Manus
Laut Meta wird auch der „Vibe“ durch einen Algorithmus für die Nutzer personalisiert. Unklar ist, ob sich solche Netzwerke mit ausschließlich KI-Material durchsetzen, denn auch OpenAI hatte für die Video-KI Sora einen eigenen Feed mit nur KI- Material angekündigt, aber inzwischen entschieden, Sora schon im April 2026 wieder einzustellen.
Man wird sehen, wie Meta mit dem gekauften Manus.im und der eigenen Meta.ai künftig verfährt: Manus setzt auf agentische KI und ist nicht noch in die Meta-Dienste integriert, so wie Meta.AI, zu der mit „Vibes“ ein TikTok- ähnlicher Feed für generierte Videos gehört.

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Manus.im
meta.ai Vibes

Christina Quast

Christina Quast

berichtet als freie Journalistin über digitale Tools und Themen und ist seit Mitte 2018 für den Blog „Journalisten Tools“ verantwortlich. Für Journalisten gibt sie auch Seminare und organisiert Barcamps.

E-Mail: quast@journalisten-tools.de
Internet: journalisten-tools.de

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