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Neu in den Netzwerken

von Christina Quast

Social Media – aus der journalistischen Arbeit nicht mehr wegzudenken. (Foto: AdobeStock/aleksei)
Social Media – aus der journalistischen Arbeit nicht mehr wegzudenken. (Foto: AdobeStock/aleksei)

aus drehscheibe 01/2020

Facebook testet News, Twitter blendet Antworten aus, Instagram reduziert Likes und WhatsApp stoppt Newsletter – zum Ende des Jahres ist in der Social-Media-Welt viel passiert. Einige neue Funktionen und aktuelle Änderungen betreffen auch die Redaktionsarbeit. Eine Übersicht, was neu und anders ist.

Facebook testet News

Einen neuen Tab für Nachrichten probiert Facebook in den USA aus: An dieser Stelle erscheinen Inhalte von Medien, die sich im News Page Index regis­triert haben und sich an die Publisher Guide­lines halten. Facebook News präsentiert Nachrichten, die sich in die Kategorien „allgemein“, „thematisch“, „divers“ und „lokal“ einordnen lassen. Konkret sind Lokalmedien aus zehn amerikanischen Städten am Test beteiligt, sodass es sich für Redaktionen in Deutschland empfiehlt, die nötigen Bedingungen zu erfüllen, um auf einen möglichen Start von Facebook News vorbereitet zu sein. Der Tab erlaubt es Nutzern auch, bestehende Online-Abonnements mit Facebook News zu verbinden.

Wie im News Feed werden auch die Beiträge bei Facebook News personalisiert – aufgrund von gelesenen und geteilten Artikel und gefolgten Medien. Zugleich lassen sich Artikel, Themen oder Publisher von Nutzern aus Facebook News entfernen. Mit Today’s Stories zeigt Facebook News einen aktuellen Nachrichtenüberblick, der nicht durch einen Algorithmus, sondern von einem Team aus Journalisten zusammengestellt wird.

Twitter blendet Antworten aus

Im eigenen Blog teilt Twitter mit, dass es nach einem Test nun für alle Nutzer möglich ist, Antworten auf eigene Tweets auszublenden, um so mehr Kontrolle über die entstehende Kommunikation zu haben. Über die Aktion werden die Autoren von ausgeblendeten Antworten nicht benachrichtigt, weil die Beiträge nicht gelöscht sind und sich jede Antwort wieder einblenden lässt. Redaktionen können die neue Funktion nutzen, um unangebrachte Kommentare wie etwa „Hate Speech“ besser zu moderieren und konstruktiven und informativen Antworten mehr Sichtbarkeit zu geben. Und noch ein Hinweis: Antworten kann man nun für alle vorhandenen Tweets ausblenden und nicht erst seit Veröffentlichung der neuen Funktion.

Instagram reduziert Likes

Instagram experimentiert auch in Deutschland damit, die Anzahl der Likes für Fotos im News Feed nicht mehr öffentlich anzuzeigen. Sichtbar sind nur noch die Nutzernamen von eigenen Abonnenten mit dem Zusatz „und weiteren Personen“ statt bisher „gefällt 136 Mal“. Die Urheber eines Beitrags können die tatsächliche Anzahl der Likes weiterhin in der App sehen. Damit will Instagram die Aufmerksamkeit auf die Fotos lenken und den Wettbewerb um Likes reduzieren – zum Beispiel löschen manche Nutzer eigene Fotos, wenn nicht innerhalb kurzer Zahl eine bestimmte Anzahl von Likes erreicht ist. Auch gekaufte oder gefälschte Likes durch sogenannte Bots sollen so verbannt werden. Und wenn die Likes bei Instagram verschwinden, dürften nun andere Interaktionen bedeutender werden, um den Erfolg zu messen. Übrigens kommen Videos bei Instagram schon ohne Likes aus: Es wird nur angezeigt, wie oft ein Video abgespielt wurde.

WhatsApp stoppt Newsletter 

„Unsere Produkte sind nicht für den massenhaften oder automatisierten Versand von Mitteilungen bestimmt“, heißt es von WhatsApp. So hat man angekündigt, gegen Newsletter vorzugehen. Konkret bedeutet dies das Ende für Newsletter, die viele Redaktionen erfolgreich eingesetzt haben, weil WhatsApp sehr weit verbreitet ist und neue Nachrichten in der App zu sehr hohen Öffnungsraten führen. Denn in Messengern geht es um persönliche Kommunikation. Deshalb verbietet WhatsApp nun Newsletter, um die Nutzer vor Spam und Falschnachrichten zu schützen, die sich auch durch massenhaften oder automatisierten Versand innerhalb der App verbreiten. Wer die Messenger App ab Dezember noch für Newsletter verwendet, muss mit rechtlichen Schritten rechnen. Redaktionen, die ihre Newsletter fortführen wollen, müssen nun mit Messengern wie Telegram arbeiten, die weniger Nutzer haben, aber diese Funktion in den Nutzungsbedingungen zulassen.

Links

Zu den Facebook-News: www.t1p.de/fb-news

Zur Twitter-Mitteilung: www.t1p.de/twitter-news

Zur Instagram-Mitteilung: www.t1p.de/instagram-news

Zur WhatsApp-Mitteilung: www.t1p.de/whatsappnews

 

 

Christina Quast

Autorin

Christina Quast schreibt als freie Journalistin über digitale Tools und Themen. Sie gibt auch Seminare für Journalisten und ist seit Mitte 2018 für den Blog Journalisten-Tools.de verantwortlich.

Mail: mail@journalistentools.de
Internet: www.journalisten-tools.de

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