Internetwerkstatt

Storys zum Scrollen

von Christina Quast

Nummer 03/2017

Texte und Fotos mit Beiträgen aus sozialen Netzwerken kombinieren: Das kann das Storytelling-Werkzeug Line. Mit diesem leicht bedienbaren Tool können Journalisten multimediale Geschichten zusammenbauen, durch die sich Leser scrollen.

Storify-Alternative

Bei Line können alle Kapitel einer Geschichte entlang einer Zeitleiste präsentiert werden, die wahlweise senkrecht oder waagerecht über den Bildschirm verläuft. Die vielen Optionen und das anpassbare Design machen Line zu einer interessanten Alternative für das häufig verwendete Tool Storify.

Kostenlos nutzen

Um das Storytelling-Werkzeug kostenlos zu nutzen, muss man sich per Facebook, Twitter oder E-Mail einloggen. Anschließend ist es relativ einfach, mit Line zu arbeiten und Zeitleisten mit verschiedenen Medien-Inhalten zu gestalten: Mit einem Klick auf den Button „Create“ geht es los. Für eine sogenannte Line müssen ein Titel und ein Teaser eingetippt und eine Kategorie ausgewählt werden. Zusätzlich ist Platz, um ein Titelbild hochzuladen.

Momente mit Medien füllen

Anschließend kann man eine Geschichte zusammensetzen. Dafür ist Line in drei übersichtliche Arbeitsbereiche gegliedert. Links wird die aktuelle Zeitleiste angezeigt, die alle hinzugefügten Kapitel, auch „Momente“ genannt, aneinanderreiht. Es ist möglich, diese später noch per Drag-and-Drop an eine andere Stelle der Zeitleiste zu verschieben. In der Mitte werden die einzelnen Kapitel gestaltet. Praktischerweise ist im rechten Bild eine Vorschau zu sehen, die zeigt, wie ein Moment nach dem Veröffentlichen dargestellt wird.

Frei kombinieren

Ein Pflichtfeld, um Momente zu gestalten, ist „Date“, das entweder wie vorgegeben mit einem Datum oder alternativ dazu mit einem Text, zum Beispiel einer Überschrift, ausgefüllt werden kann. Alle anderen Felder können nach eigenen Wünschen miteinander kombiniert oder auch freigelassen werden. Jeder Moment kann mit einem Foto, Link, Video, Audio oder Beitrag aus sozialen Netzwerken ausgestattet werden, sodass folgende Medieninhalte möglich sind:

• Videos von YouTube, Vimeo, Dailymotion
• Audios von Spotify oder Soundcloud
• Beiträge von Twitter, Instagram oder Tumblr
• Fotos
• Links

Dazu müssen die zugehörigen Links aus den sozialen Netzwerken kopiert und bei Line eingefügt werden. Ebenfalls nützlich fürs Storytelling ist die Option, dass Ortsangaben aus Google Maps oder Foursquare übernommen werden können. Zu den ausgewählten Medieninhalten kann ein Text eingegeben und zusätzlich mit Links zu Quellen oder anderen Informationen versehen werden. Am Ende des mittleren Arbeitsbereichs entscheidet man mit einem Klick, ob der Moment seitlich oder mittig an der Zeitleiste platziert wird. Sind alle Kapitel fertig, kann man mit „Preview“ eine Vorschau betrachten oder mit „Publish“ eine Zeitleiste veröffentlichen.

Storys präsentieren

Nach dem Veröffentlichen kann die senkrecht verlaufende Zeitleiste auch waagerecht eingestellt werden, indem man am Ende der URL den Begriff „vertical“ mit „horizontal“ ersetzt. Dann wirkt die Multimedia-Story mehr wie eine Slideshow.

Einfach einbetten

Um eine Zeitleiste auf einer Website einzubetten, muss der automatisch generierte Embed Code in die HTML-Text-Ansicht der Website kopiert werden. Den Code erhält man bei Line durch einen Klick auf das „</>“-Symbol, das bei den „Teilen“-Funktionen am linken Rand einer veröffentlichten Multimedia-Story angezeigt wird. In den „Advanced“-Einstellungen können auch die Pixelmaße angepasst werden. Zudem ist eine Zeitleiste von Line responsiv.

Momente teilen

Noch ein nützliches Detail bei Line ist, dass nicht nur die vollständige Zeitleiste, sondern auch die einzelnen Momente bei Facebook oder Twitter geteilt werden können. So haben Journalisten die Möglichkeit, verschiedene Aspekte einer Geschichte auszuwählen und mehrfach auf eine Multimedia-Story hinzuweisen.

Christina Quast

Autorin

Christina Quast lebt als freie Journalistin im Ruhrgebiet und ist auf Twitter spezialisiert. Sie gibt auch Social-Media-Seminare und organisiert Barcamps.
Mail: c_q@about.me
Internet: www.about.me/C_Q

Veröffentlicht am

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentieren

Bei den mit Sternchen (*) markierten Feldern handelt es sich um Pflichtfelder.