Internetwerkstatt

Tools gegen Fakes

von Christina Quast

aus drehscheibe 13/2020

Fake News sind ein Dauerthema für die Medien – und somit auch das Prüfen dieser Nachrichten. Aus dieser Bredouille helfen die gebündelten Faktencheck-Tools von ­Google, die einerseits schon entlarvte Fake News zusammentragen und andererseits getätigte Faktenchecks weiterverbreiten. Diese Dinge erledigen der Fact Check Explorer und das Fact Check Markup Tool, um Journalisten, Redaktionen und Forschern bei der Arbeit zu helfen.

Faktenchecks googeln 

Der Fact Check Explorer ist eine spezialisierte Suchmaschine von Google, um nach bereits überprüften Behauptungen zu suchen. Als Stichworte für die Suche sind beispielsweise Themen, Personen und Zitate möglich. Zu Suchbegriffen wie „Mund-Nase-Schutz“ oder „Reichsflagge“ liefert Google schon getätigte Faktenchecks, sodass sich Lokalredakteure rasch einen Überblick verschaffen können, ob kursierende Meldungen bereits als Fake News entlarvt wurden. Tatsachen wie etwa, dass bisher keine Kinder durch Alltagsmasken gestorben sind und dass keine WDR-Mitarbeiter mit Reichsflagge demonstriert haben. Die Treffer kann man auch rudimentär nach Sprache filtern – derzeit Englisch, Deutsch und „alle Sprachen“.

Treffer mit Struktur 

Alle Suchergebnisse des Fact Check Explorers werden mit einer einheitlichen Struktur präsentiert: zunächst der sogenannte Claim – die Behauptung – mit seiner Herkunft. Oft ist das ein Facebook-Beitrag, weil das Netzwerk zertifizierte Faktenchecker als Partner hat. Auf den Claim folgt die Quelle für den Faktencheck und deren Bewertung – also das Rating. Das Fazit wird in ein bis drei Sätzen direkt eingeblendet und schließlich zum vollständigen Faktencheck mit allen Belegen verlinkt. So wird schon in der Trefferliste – und ohne viel Zeiteinsatz – klar, ob es sich um eine Falschmeldung handelt.

Quelle: Medien 

Zusätzlich werden die ­Suchergebnisse um klickbare Schlagworte ergänzt, um beispielsweise alle Faktenchecks zum Thema Maske zu finden. Wichtig ist, dass die Faktenchecks nicht von Google selbst, sondern aus Redaktionen oder von Faktencheckern stammen wie dpa und AFP oder Correctiv und BR. Man kann im Fact Check Explorer auch gezielt nach Faktenchecks von einer bestimmten Quelle suchen – nämlich mit dem Suchbefehl „site:“, auf den – ohne Leerzeichen – die entsprechende Webadresse folgt, zum Beispiel: „site:dpa-factchecking.com“. Und noch ein Hinweis: Direkt unter dem Suchschlitz des Fact Check Explorers gibt es auch den Link „recent fact checks“, der die neuesten Faktenchecks aufruft.

Artikel als Treffer definieren 

Um mit eigenen Faktenchecks in den Suchergebnissen zu erscheinen, sollten Redaktionen das Fact Check Markup Tool nutzen. Es dient dazu, überprüfte Meldungen für den Explorer zu identifizieren und als Treffer zu definieren. So können aufwendige Faktenchecks aus Lokalredaktionen ein größeres Publikum erreichen, denn die strukturierten Daten können auch von anderen Netzwerken wie Facebook und Suchmaschinen wie Bing angezeigt werden.

Dazu müssen Lokalredaktionen die Richtlinien für die Suche bei Google und YouTube einhalten und über die Google Search Console verfügen, der mindestens ein zuständiger Redakteur mit einer Google-Mailadresse hinzugefügt ist. Unter diesen Bedingungen können nun Artikel über ein vorgegebenes Schema als Faktencheck definiert werden. Das heißt, das Fact Check Markup Tool hilft, entsprechende Artikel mit maschinenlesbaren Daten zum Inhalt auszustatten, die für die beschriebene Darstellung im Fact Check Explorer relevant sind. Fazit: Die Fact Check Tools helfen Redaktionen, Falschmeldungen zu finden und Faktenchecks zu verbreiten.

Links

Hier geht es zum Google Fact Check Explorer: https://toolbox.google.com/factcheck/explorer

Und hier zum Fact Check Markup Tool: https://toolbox.google.com/factcheck/markuptool

Christina Quast

Christina Quast

berichtet als freie Journalistin über digitale Tools und Themen und ist seit Mitte 2018 für den Blog „Journalisten Tools“ verantwortlich. Für Journalisten gibt sie auch Seminare und organisiert Barcamps.

Mail: quast@journalisten-tools.de
Internet: www.journalisten-tools.de

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