Internetwerkstatt

Verzeichnis für KI-Helfer

von Christina Quast

Mit Hugging Face lassen sich unterschiedliche KI-Modelle testen.
(Foto: Screenshot/Hugging Face)

Kennen Sie das freundliche Emoji, das seine Hände zu einer Umarmung öffnet? Hugging Face wird es genannt. So heißt aber auch eine Online-Plattform für KI-Anwendungen. Dort können Lokalredaktionen zahlreiche KI-Apps entdecken und ausprobieren, denn Hugging Face basiert auf dem Open-Source-Prinzip. Das meint Software, deren Quellcode öffentlich ist und deshalb gelesen und geändert werden kann. Zudem können solche digitalen Werkzeuge meist kostenlos genutzt werden.

Plattform mit offener KI
Auch die Hugging-Face-Plattform lässt sich kostenfrei und ohne Anmeldung nutzen. Sie umfasst derzeit fast drei Millionen KI-Modelle und eine Million Datensätze, die man für individuelle Zwecke herunterladen und anpassen kann. Allerdings sind dafür fortgeschrittene IT-Kenntnisse notwendig. So ist für Lokalredaktionen hauptsächlich der Menüpunkt „Spaces“ interessant, der ein Verzeichnis mit KI-Apps umfasst, die man direkt bei Hugging Face verwenden kann. Hier gibt es verschiedene Suchoptionen, um passende KI-Anwendungen zu finden, die bestimmte Aufgaben bearbeiten oder Tätigkeiten erledigen.

(Hugging Face, Foto: Screenshot)
(Hugging Face, Foto: Screenshot)

 

KI-Tools suchen und testen
In ein breites Suchfeld kann man einfach ein- tippen, was man mithilfe von KI tun möchte, zum Beispiel Hintergrundgeräusche bei einer Audio- oder Videoaufnahme entfernen. Dann werden KI-Apps aufgelistet, die die gesuchte Aufgabe bewältigen und mit einem Klick di- rekt ausprobiert werden können.
Wer keine bestimmte Tätigkeit für KI im Kopf hat, kann auf das Würfel-Symbol am Ende des Suchfelds klicken und so zufällig etwas eingeben, wie „Detect harmful or offensive content in images“.

Darunter gibt es fast 40 Kategorien, auf die man die vielen KI-Apps eingrenzen kann, um passende Anwendungen zu finden. Die Auswahl reicht von „Sentiment Analysis“ über „Character Animation“ bis „Medical Imaging“. So können Lokalredaktionen auch entdecken, in welchen Bereichen Künstliche Intelligenz schon verwendet werden kann. Für die eigene Arbeit werden Journalisten in vielen Kategorien fündig: Für die Recherche gibt es OCR-Texterkennung, Datensatzerstellung oder Gesichtserkennung, für Podcasts sind „Stimmen klonen“ oder „Musik generieren“ verfügbar. Denn im Verzeichnis sind multimodale KI-Anwendungen vereint, das heißt für Text, Audio, Video und mehr. Wer sich weiter informieren möchte, kann bei Hugging Face den „Tasks“-Bereich aufrufen, wo sich entsprechende Erläuterungen zu den multimodalen Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz finden.  Die bei der Suche angezeigten KI-Apps lassen sich schließlich nach Namen durchsuchen, nach technischen Parametern filtern und nach mehreren Kriterien sortieren.

Hugging Face: Modelle
Hugging Face: Modelle

 

Spielkiste für KI
Damit ist Hugging Face eine große Fundgrube und Spielkiste für Journalisten, um KI ohne Kosten und Konten entdecken und ausprobieren zu können. Und täglich kommen neue KI- Apps hinzu, sodass man sich mit Pfeiltasten auch durch die „Spaces of the Week“ navigieren kann. Weil die Plattform auf Open-Source- Anwendungen basiert, sind die Nutzer nicht von proprietären KI-Anbietern abhängig. Wie wesentlich digitale Souveränität ist, hat zuletzt die US-Regierung mit einer Anweisung an die KI-Firma Anthropic gezeigt, deren neuesten KI-Modelle aus Sicherheitsgründen in anderen Ländern zu sperren. Anthropic war knapp drei Wochen lang nicht nutzbar.

 

Links

Hugging Face

Spaces – KI-App Verzeichnis

Tasks – Erläuterung zu KI-Modi

Mehr über nützliche KI-Anwendungen fürs Lokale finden Sie hier.

Christina Quast

Christina Quast

berichtet als freie Journalistin über digitale Tools und Themen und ist seit Mitte 2018 für den Blog „Journalisten Tools“ verantwortlich. Für Journalisten gibt sie auch Seminare und organisiert Barcamps.

E-Mail: quast@journalisten-tools.de
Internet: journalisten-tools.de

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