Lokaltipp Januar 2026

Weg von Klischees, hin zur Realität

von drehscheibe-Redaktion

Teil der Serie über Generation Z: eine Physikstudentin. (Screenshot: Lübecker Nachrichten)
Teil der Serie über die Generation Z: eine Physikstudentin. (Screenshot: Lübecker Nachrichten)

Über die Generation Z wird viel gesprochen. Die Lübecker Nachrichten indes lassen sie 
in einer Beitragsreihe selbst zu Wort kommen.

Idee

„Es wird unglaublich viel über die Gen Z gesprochen, aber viel zu selten mit ihr“, findet Johanna Pankow, Kulturredakteurin der Lübecker Nachrichten. Statt junge Erwachsene als arbeitsscheu, verwöhnt oder dauernd am Handy klebend abzustempeln, wollte die Redaktion diese Zuschreibungen viel lieber aufbrechen. „Uns ging es darum, die Perspektive umzudrehen. Wir wollten hören, wie junge Menschen ihre Realität selbst beschreiben, in ihren eigenen Worten und vielleicht mit ihren inneren Konflikten.“ So entstand die Serie „Hier spricht die Gen Z“.

Umsetzung

Von Beginn an sollte die Serie möglichst viele Facetten der Generation abbilden. Das Kulturressort, das selbst generationenübergreifend strukturiert ist, suchte deshalb bewusst nach jungen Erwachsenen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen: verschiedene Bildungswege, Berufe, Herkunftsgeschichten, sexuelle Orientierungen und politische Haltungen. „Wir haben Kolleginnen und Kollegen darum gebeten, in ihren Netzwerken die Augen offen zu halten“, berichtet Pankow. „Gleichzeitig haben wir bei Betrieben, Verbänden, Hochschulen und Parteien Ansprechpersonen gesucht.“ Gespräche entwickelten sich mal über persönliche Kontakte, mal über Zufallsfunde im Redaktionsalltag. Ziel war es immer, die Vielfalt der Gen Z sichtbar zu machen.

Herausforderung

„Wir haben gespürt, wie groß die Verantwortung ist“, sagt Pankow. Menschen auszuwählen, die zumindest ansatzweise für eine ganze Generation stehen, ist aus ihrer Sicht ein heikler Prozess – zumal aus einer Redaktion heraus, die selbst nicht in allen Punkten divers aufgestellt ist., wie Pankow sagt. Die eigentliche Herausforderung lag jedoch im Gegenüber: „Während eines einzigen Treffens Vertrauen aufzubauen, damit jemand über Ängste, Hoffnungen oder sehr Persönliches spricht – das ist anspruchsvoll.“ Dennoch gelang es häufig. So entstand ein unmittelbarer Einblick in verschiedene Lebenswelten: vom Dating auf dem Land bis zu der Frage, wie junge Menschen mit der Vorstellung eines möglichen Wehrdienstes umgehen würden.

Reaktionen

„Die Resonanz war positiv“, sagt Pankow. Leserinnen und Leser schätzten es, der Gen Z ohne Filter zu begegnen. Besonders die unmittelbare, persönliche Perspektive habe dazu beigetragen, besser zu verstehen, wie junge Menschen heute denken und fühlen.

Tipp

Lokalredaktionen empfiehlt die Redakteurin, „so nah wie möglich an den Alltag der jungen Leute heranzugehen“. Es lohnt sich aus ihrer Sicht, auf der Straße ins Gespräch zu kommen, Termine zu nutzen und das eigene Umfeld aufmerksam zu beobachten. Wichtig sei vor allem Offenheit: „Nicht erwarten, dass die Antworten die eigenen Vorannahmen bestätigen, sondern zuhören, was wirklich da ist.“

drehscheibeTipp

Die Redaktion veranstaltet ein offenes Generationengespräch: Menschen verschiedener Altersgruppen treten dabei in einen Dialog, etwa zum Thema Wohnen, Arbeit oder digitaler Wandel. Die Redaktion veröffentlicht Auszüge aus den Gesprächen in Audiosnippets und Reels.

Johanna Pankow

ist Redakteurin der Lübecker Nachrichten. E-Mail: johanna.pankow@LN-Luebeck.de

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