Experte checkt Vorgänge in Ceuta
von Max Wiegand
Ende Juli kamen innerhalb weniger Stunden Zigtausende Migranten aus Marokko in die spanische Enklave Ceuta und sorgten dort für Unruhen und chaotische Zustände. Falschmeldungen über vermeintlich geöffnete Grenzen hatten dazu beigetragen, dass sich viele Menschen nach Ceuta aufmachten.
Doch in den Tagen danach verbreiteten sich unwahre Meldungen, in denen von randalierenden Männern, brennenden Autos und Messerangriffen die Rede war. Die Nürnberger Nachrichten haben einen Experten aus der Region befragt, was es mit dieser Art der Desinformation auf sich hat und warum solche Unwahrheiten häufig so viele Menschen erreichen.
So wurden im Zusammenhang mit Ceuta etwa Videos verbreitet, die gar nicht aus der Enklave stammten und eigentlich randalierende Fußballfans zeigten. Der Professor für Medienethik erklärt im Artikel, dass diese Art von Manipulation immer häufiger vorkomme. Außerdem habe künstliche Intelligenz die Problematik noch deutlich verstärkt, KI-Fakes seien oft kaum noch als solche erkennbar. Als zusätzliches Problem benennt er, dass anschließende Richtigstellungen kaum mehr wahrgenommen würden.
Der Experte zählt abschließend mehrere Herangehensweisen auf, um gegen Desinformation vorzugehen. So sind etwa die Betreiber der Social-Media-Plattformen in seinen Augen Hauptverantwortliche bei der Verbreitung von Falschmeldungen. Sie sollten viel stärker sanktioniert werden, wenn sie falsche und manipulierende Inhalte nicht entfernen. Von Medien verlangt er „mehr Mut zur Einordnung“.
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