Fakten gegen Ängste
von Robert Domes
Mit dem Zuzug von Geflüchteten wuchsen Befürchtungen in der Region. Der Nordbayerische Kurier aus Bayreuth stellt einen Polizeichef in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung, der mit Zahlen deeskaliert.
Idee
Mit den Kriegen in Syrien und der Ukraine kamen auch im Landkreis Bayreuth zahlreiche Flüchtlinge aus diesen Ländern an. Viele mussten in den umliegenden Gemeinden untergebracht werden. Mit dem Zuzug wuchs auch die Sorge um die öffentliche Sicherheit. Zumal es in einer Asylunterkunft in der Region im Frühjahr zu einer Bluttat mit drei Verletzten gekommen war. Das Landratsamt versuchte, den Ängsten der Bevölkerung in Informationsveranstaltungen zu begegnen. Nicht immer mit Erfolg, wie Redakteur Udo Bartsch feststellte. Er erlebte bei den Versammlungen teils „tumultartige Szenen“. In den aufgewühlten Debatten erwies sich der Leiter der Polizeiinspektion Land als kühler Kopf, berichtet Bartsch. Der Beamte habe mit Zahlen und Fakten argumentiert und deeskalierend gewirkt.
Inhalt
Als der Polizeichef wenig später im Kreistag den Sicherheitsbericht für den Landkreis vortrug, widmete Bartsch ihm einen großen Bericht. Der häufig pauschalisierenden und irreführenden Darstellung von angeblich gestiegenen Kriminalitätsraten stellte der Polizist eine differenzierte Sicht entgegen. Die konkreten Zahlen aus der Polizeistatistik bezeugten das Gegenteil des Angstbildes, das in der aufgeladenen Stimmung kursierte. Fakt war: Durch die Geflüchteten war die Zahl der Vergehen nicht signifikant angestiegen.
Umsetzung
In der Darstellung blieb Bartsch bewusst sachlich. Die Zahlen sprachen ja für sich. Man sieht in der Statistik, wie sich die einzelnen Delikte entwickelten. Bartsch betont: „Es gab nirgends Ausreißer.“ Um das zu unterstreichen, entschied sich die Redaktion auch dafür, die Grafiken der Polizei zu übernehmen. „Das zeigt, die Darstellung ist original und authentisch“, sagt Bartsch.
Fazit
Die reale Sicherheitslage ist oft anders als die gefühlte. Um das zu zeigen, genüge ein Blick auf die nüchternen Fakten, betont Bartsch. „Als Lokaljournalist stelle ich das dar, was ist.“ Das sei das beste Mittel gegen Pauschalierungen und diffuse Ängste.
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