Reflexion

Nachrichten? Nein, danke!

von Jan-Malte Wortmann

Foto: Screenshot Luxemburger Wort
Foto: Screenshot Luxemburger Wort

Immer mehr Menschen vermeiden es heutzutage vollständig, Nachrichten zu konsumieren. Mit Schlagworten wie „News Avoidance“ oder „Schlagzeilen-Burnout“ wird dieser Zustand beschrieben, in dem der tägliche Blick auf das Weltgeschehen als zu belastend, zu unübersichtlich wahrgenommen wird. Doch was bedeutet das für die Bildung junger Menschen, was für die Demokratie insgesamt? Darüber hat Ines Kurschat, Chefredakteurin des Luxemburger Worts, mit Experten, Leserinnen und Lesern gesprochen.

 

Idee

Die Frage, welche Themen junge Zielgruppen ansprechen, beschäftigt alle Redaktionen. Eine Arbeitsgruppe des Luxemburger Worts stellte allerdings fest: Immer mehr junge Menschen – aber zunehmend auch ältere – vermeiden klassische Nachrichten vollständig oder interessieren sich schlicht nicht dafür. „Ich halte es für sehr wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen“, erklärt Chefredakteurin Ines Kurschat. Nicht nur, weil es das Gewerbe von Journalistinnen und Journalisten betrifft: „Meiner Meinung nach hängt daran unsere gesamte demokratische Bildung.“

 

Recherche

Zur gleichen Zeit erschien der Reuters Digital News Report und bestätigte die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, was Kurschat weiter bestärkte. Also sprach sie mit einem Psychotherapeuten, der sich seit der Covid-Pandemie mit der psychischen Belastung junger Menschen beschäftigt, und mit der Gründerin einer Initiative für Lehrkräfte, die der Nachrichtenmüdigkeit von Schülerinnen und Schülern entgegenwirken will.


Umsetzung

Der Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift Télécran, später im Luxemburger Wort, wo er sich in eine Serie zu Resilienz in Krisenzeiten einreihte. Begleitet wurde die Serie von einer Veranstaltung zum Thema für Leserinnen und Leser.


Reaktionen

Rückmeldungen von Lehrkräften oder Gespräche auf dem Event unterstrichen die Tragweite dieses Themas, berichtet Kurschat: „Viele stellen sich die Frage nach der Balance: Wie schaffe ich es, in einem Umfeld, das so sehr von Krisen geprägt ist, ein gutes Leben zu leben?“

 

Link

Hier geht es zum Artikel im Luxemburger Wort.

 

drehscheibeTipps

  • Die Redaktion befragt Leserinnen und Leser, welche Artikel ihnen in letzter Zeit als besonders konstruktiv oder hoffnungsvoll in Erinnerung geblieben sind, und sammelt diese zu einer regelmäßigen Rückschau.
  • „Warum diese Nachricht auch dich betrifft“: In einem Social-Media-Format arbeitet die Redaktion aktuelle Meldungen für junge Menschen auf und sucht dabei immer nach einem Bezugspunkt zur Lebensrealität des Publikums.
  • Kriege, Naturkatastrophen, Klimakrise: Bei besonders düsteren Themen holt die Redaktion die Einschätzung eines Psychologen oder einer Psychologin ein. Was ist das Belastende an dieser Nachricht, besonders für junge Menschen? In begleitenden Infokästen oder einer eigenen Rubrik geben die Experten Tipps für einen resilienten Nachrichenkonsum.

Ines Kurschat

ist Chefredakteurin des Luxemburger Worts.
E-Mail: ines.kurschat@wort.lu

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