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Newsletter aus China

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China.Table bietet sogenanntes Professional Briefing für die deutschsprachige China-Berichterstattung an. (Symbolfoto: Canva/Ann poan von Pexels)
China.Table bietet sogenanntes Professional Briefing für die deutschsprachige China-Berichterstattung an. (Symbolfoto: Canva/Ann poan von Pexels)

Journalistische Recherche in Kombination mit einer umfangreichen China-Expertise: Das verspricht die Plattform China.Table. Die Redaktion, die Teil des Table-Media-Verlags ist, verschickt wochentäglich einen Newsletter mit analytischen Texten, News und Meinungsbeiträgen zu China. „Wir versuchen, eine gute Mischung zu haben aus Politik, Wirtschaft und auch gesellschaftlichen Themen“, erklärt Amelie Richter, die sich bei China.Table insbesondere um die EU-China-Beziehungen kümmert. „Was uns als Ansatz ganz wichtig ist: Dass es eine ausgewogene Berichterstattung ist. Reines schwarz-weiß-Malen ist bei so einem komplexen Thema zu kurz gedacht.“

Redaktion mit Schwerpunkt China

Mit einem festen Team aus elf Leuten, verteilt auf Berlin, Straßburg und Brüssel sowie Peking und Taipeh, richtet sich die Redaktion mit Informationen aus China an politische Institutionen, Unternehmen, NGOs oder auch Journalistinnen und Journalisten. „Von der Arbeitsweise her funktionieren wir eigentlich wie jede andere Redaktion“, sagt Richter. „Hinzu kommt aber, dass wir alle entweder Sinologie studiert haben oder in China als Korrespondenten waren. Wir sprechen die Sprache und kennen uns mit den politischen Gegebenheiten dort aus.“

Die Recherche stelle sich in China mitunter als Herausforderung dar: In Ministerien und Pressestellen bekomme man nur selten Auskunft. „Die Stimmung gegenüber Auslandskorrespondenten ist sehr zurückhaltend, das ist für die Leute dort sehr heikel“, erklärt Richter. „Eine Transparenz, wie es sie bei uns im demokratischen Regierungsprozess gibt, ist in China unvorstellbar.“ So seien Informationen, die aus China kommen, immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.

„Viele Themen lassen sich aufs Lokale runterbrechen“

Gerade hier können aber Lokalredaktionen eine Lücke schließen. „Viele Themen, mit denen wir uns beschäftigen, lassen sich aufs Lokale runterbrechen“, sagt Richter. „Das Thema China ist nicht nur global und geopolitisch wichtig, sondern hat auch lokal Auswirkungen.“ Das fängt bei Lieferketten an, geht über Pandemien, wie Corona, bis hin zu ganz konkreten Kooperationen zwischen deutschen und chinesischen Städten und Universitäten. „Im April war der chinesische Handelsminister Wang Wentao bei Herrn Söder zu Gast in der Staatskanzlei. Da gab es aber keine großen Berichte zu. Da kann man als Lokalzeitung vielleicht schonmal eher nachfragen, welche Themen da besprochen wurden.“

Gerade die deutsch-chinesischen Forschungskooperationen machten jüngst nach einer Recherche von Correctiv und der Deutschen Welle hierzulande Schlagzeilen. Die drehscheibe hat das Thema in einem Interview mit Redakteur Denis Schnur von der Rhein-Neckar-Zeitung aufgegriffen. Darin geht es darum, inwiefern die Kooperation zwischen Heidelberg und China vielleicht mittelfristig chinesischen Rüstungskonzernen oder auch dem Überwachungsapparat helfen könnten. Auch Richter identifiziert das als eines der wichtigsten Themen für die lokale Chinaberichterstattung. „Das ist nicht alles schlecht. Es muss nicht automatisch bedeuten, dass China, sobald irgendwie ein Interesse daran besteht, uns ausspioniert und unser Wissen raubt. So ist das nicht. Aber man muss trotzdem mal hinterfragen: Warum ist das Interesse da und was soll damit erreicht werden?“ Einen Vorwurf würde Richter den Universitäten (wie im Beispiel Heidelberg) aber nicht machen. Es sei schwierig, die Verästelung von chinesischen Universitäten zu einzelnen Forscherinnen und Forschern und staatlichen Sicherheits- und Militäreinrichtungen nachzuvollziehen und Austausch generell sei wichtig. Aber: „Intellectual-Property-Diebstahl ist nicht nur in der Wirtschaft eine Sache, sondern auch in der Forschung und ich glaube, deutsche Unis sind da bisher sehr gedankenlos drangegangen, weil eine solche Zusammenarbeit oft auch Geld mitbringt, das nicht einfach zu bekommen ist in der Forschung. Vielleicht hat man dann doch eher mal ein Auge zugedrückt“, kritisiert Richter.

Kooperationen mit Lokalzeitungen

Für die lokale Berichterstattung kooperiert China.Table zum Beispiel mit der Mediengruppe Ippen, die ein bestimmtes Kontingent an Artikeln aus dem Newsletter übernehmen können. Ob weitere Kooperationen mit Lokalzeitungen geplant sind? „Wir sind immer noch ein Start-Up, wir sind drei Jahre alt. Deswegen wird auch noch viel probiert an Zusammenarbeit, was funktioniert und was nicht.“

Links

Hier geht es zum Interview mit Denis Schnur von der Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg). Zum Interview

Hier geht es zur Seite von China.Table. Zur Website

Amelie Richter

ist bei China.Table insbesondere für die Berichterstattung über EU-China-Beziehungen zuständig.

E-Mail herausgeber@table.media

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