Jahrestag

Der Tag als Hitler überlebte

von Katharina Dodel

So berichten der Hellweger Anzeiger, die Berliner Morgenpost und die Freie Presse.

Ein Sprengsatz im Aktenkoffer sollte das Leben Adolf Hitlers beenden. Doch das Attentat am 20. Juli 1944 im Quartier Wolfsschanze schlug fehl. Wie wird 75 Jahre später darüber berichtet? Wir schauen nach.

  • Widerstandskämpfer: Claus Schenk Graf von Stauffenberg galt zunächst als Sympathisant Hitlers, später scharte er Hunderte Mitstreiter im Kampf gegen ihn um sich. Einer von ihnen war der Feldwebel Herbert Herold aus Hohenstein-Ernstthal. Als Fahrer chauffierte er den NS-Widerstandskämpfer Oberstleutnant Rudolf Hartmann und war in die Pläne eingebunden. Darüber berichtet die Freie Presse (Chemnitz). Hier geht es zum Artikel.
  • Porträt: Der Hellweger Anzeiger spricht mit einem Seniorenstudenten der Ruhr-Universität Bochum, der auf den Widerstandskämpfer Wilhelm zur Nieden aufmerksam geworden ist. Dieser war Mitwisser des Attentats. Hier geht es zum Artikel. In einem Fortsetzungstext porträtiert die Redaktion den Widerstandskämpfer. Hier geht es zum Artikel. Dazu: Gibt es in Ihrer Region eine Verbindung zum Attentat? Wie äußerte sich der NS-Widerstand?
  • Ablauf: Wie lief das Attentat genau ab? Warum fasziniert der Hergang noch immer? Die Berliner Morgenpost geht diesen Fragen nach. Hier geht es zum Artikel.
  • Was wäre, wenn...: Was wäre passiert, wenn Hitler getötet worden wäre? In welchem Staatswesen würden wir heute leben? Welches Ziel verfolgte Stauffenberg? Ein Politikwissenschaftler beantwortet diese Fragen.
  • Name: In Deutschland gibt es zahlreiche Straßen oder Plätze, die nach Stauffenberg benannt sind. Die Redaktion besucht diese Orte und befragt Bürger, was sie über den Mann, der Hitler töten wollte, wissen.
  • Debatte: Die Stadt Düsseldorf prüft 100 Namen, deren Straßenwidmung fragwürdig sein könnte, dazu zählt auch Stauffenberg. Darüber berichtete die Westdeutsche Allgemeine (Essen). Hier geht es zum Artikel. Außerdem: Zwei Redakteure diskutieren in einem Pro und Kontra, ob Straßen und Plätze umbenannt werden müssten oder nicht.

Lesestoff der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Schriftenreihe Bd. (10245): Meuten, Swings und Edelweißpiraten. Jugendkultur und Opposition im Nationalsozialismus

Diktaturen vertragen weder Vielfalt noch Individualismus, auch keinen Eigensinn oder gar Spaß. All das aber suchen Jugendliche auf dem Weg ins Erwachsenenalter. So waren in Deutschland teils schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Jugendkulturen entstanden, die in Kleidung, Musik oder Freizeitgestaltung eigene Akzente setzten. Mit Beginn der NS-Diktatur gerieten diese jungen Leute mehr und mehr ins Visier der Staatsgewalt, insbesondere, wenn sie sich dem Drill, der Ideologie oder dem Mief der NS-Jugendorganisationen entzogen oder durch ihr Verhalten die bornierte Deutschtümelei des Regimes herausforderten.

Ihre Versuche, sich dem Zwang der NS-Diktatur zu entgegenzustellen, bezahlten sie mit Ausgrenzung, Verfolgung, Misshandlung und Verhaftung. Von solchen bis heute weithin unbekannten, unangepassten oder oppositionellen jungen Menschen und den Schwerpunkten ihrer Kultur in vielen deutschen Städten und Regionen berichtet der Historiker Sascha Lange in diesem Buch.

Sascha Lange, Bonn, 2015, 224 Seiten, Bestellnummer: 10245. Hier geht’s zur Bestellung.

 

Informationen zur politischen Bildung (Heft 330): Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Menschen, die sich gegen die nationalsozialistische Diktatur zwischen 1933 und 1945 wehrten, waren häufig Einzelkämpfer oder in kleinen Gruppen aktiv. Angesichts einer an das Regime angepassten Mehrheitsgesellschaft setzten sie sich im Widerstand gegen ein System mit totalitärem Anspruch großen Gefahren aus. Die Vielfalt der Widerstandshandlungen und ihrer Motive wird zum einen anhand des biographischen Ansatzes verdeutlicht, der einzelne Schicksale in den Mittelpunkt rückt. Zum anderen bietet die Einordnung in gesellschaftliche Gruppen eine Möglichkeit, die Bandbreite des Widerstands gegen den Nationalsozialismus zu strukturieren. Die Darstellung gliedert dies in zwei Phasen: Dem Aufbegehren gegen die Machtübernahme und die diktatorische, menschenverachtende Herrschaftspraxis der Nationalsozialisten folgte in den Jahren des Zweiten Weltkriegs der Widerstand gegen Kriegsverbrechen und Völkermord als wesentliches Handlungsmotiv. Abschließend wird deutlich, wie lange Menschen, die sich gegen die NS-Diktatur zur Wehr gesetzt hatten, in beiden deutschen Staaten die Anerkennung ihres Wirkens verwehrt blieb.

Bpb, Bonn, 2016, 84 Seiten, Bestellnummer: 4330. Hier geht’s zur Bestellung.

 

Schriftenreihe (Bd. 1347): Stauffenbergs Gefährten. Das Schicksal der unbekannten Verschwörer

Das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 ist eng mit den Namen Stauffenberg, Beck, Goerdeler, Moltke und Tresckow verbunden. Doch nicht nur sie bezahlten den Umsturzversuch mit ihrem Leben: Rund 180 Personen allein aus dem militärischen Widerstand wurden vor Hitlers "Volksgerichtshof" der Beteiligung bezichtigt, gefoltert, hingerichtet oder in auswegloser Lage in den Selbstmord getrieben. Wer waren diese zumeist kaum mehr bekannten Männer und Frauen, die mutig den zentralen Köpfen zuarbeiteten und sie unter Lebensgefahr durch vielfältige Dienste unterstützten? Welche Erfahrungen und Motive ließen sie das Attentat gutheißen, dessen Erfolg ungewiss und dessen Akzeptanz im In- und Ausland alles andere als gesichert war? Lars-Broder Keil und Antje Vollmer zeichnen in diesem Buch die Lebenswege von zehn unbekannten Gefährten Stauffenbergs nach: Angehörige des Militärs, ursprüngliche Anhänger des Regimes, religiös Gebundene oder einem persönlichen Ethos Verpflichtete. Ein Interview mit dem letzten überlebenden Beteiligten am Attentat des 20. Juli, Ewald Heinrich von Kleist, Auszüge aus Briefen und Tagebüchern sowie Fotos bereichern den Band.

Antje Vollmer, Lars-Broder Keil, Bonn, 2013, 254 Seiten, Bestellnummer: 1347. Hier geht’s zur Bestellung.

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