Ideensammlung

Jährlich grüßt das Sommerloch

von Katharina Dodel

Ins Sommerloch fallen so gut wie alle Lokalzeitungen mal. (Foto: Fotolia/blende11.photo)
Ins Sommerloch fallen so gut wie alle Lokalzeitungen mal. (Foto: Fotolia/blende11.photo)

Bei allen bekannt, bei vielen gefürchtet: das Sommerloch. Dabei sind die terminarmen Wochen in der Urlaubszeit bestens geeignet, um spannende Reportagen und lange liegen gebliebene Geschichten zu schreiben. Wir geben ein paar Ideen:

  • Erfrischende Erpressung: Für ihre Sommerserie „Eis essen mit Dani“ sprach die ehemalige Redakteurin Daniela Kneis von der Pforzheimer Zeitung Passanten in der Fußgängerzone an. Das Angebot lautete: „Erfrischung gegen Interview!“ Bei einem Eis wurde spontan und unpolitisch geplauscht – bei den Themen gab es ansonsten keine Grenzen. Hier geht es zum Artikel.
  • Sommer, Sonne, nackte Haut: In der heißen Jahreszeit werden sie sichtbar: Tattoos. Die Neue Presse (Coburg) beschäftigte sich mit diesem Thema und stellte vier Personen und ihre Tattoos vor. Hier geht es zum Artikel.
  • Postkartenaktion: Auch im digitalen Zeitalter schreiben die Menschen noch Postkarten: Leser können eine Postkarte einschicken, auf die sie Grüße an Angehörige, Freunde und Bekannte schreiben, Gedichte über den Urlaubsort oder Anekdoten. Einmal pro Woche veröffentlicht die Zeitung eine Sonderseite mit den besten Einsendungen.
  • Sonnenscheu: Die meisten Menschen lieben den Sommer. Es ist warm, lange hell, und viele haben Ferien. Eine Zeit zum Ausspannen und Krafttanken. Trotzdem gibt es auch Leute, die der warmen Jahreszeit nichts abgewinnen können. Tipp: Eine Porträtserie über Menschen, die vor der Sonne flüchten. Zum Beispiel aus medizinischen Gründen, weil sie hitze- und lichtempfindlich sind, oder aber weil sie einfach keine Sonne mögen.
  • Mythen: Um den Sommer ranken sich viele Mythen. Zum Beispiel: In schwarzen Autos wird es wärmer als in weißen. Wenn es heiß ist, soll man warmen Tee trinken, um sich abzukühlen. Wenn die Fliegen tief fliegen, wird es Gewitter geben. Lange Hosen aus Leinen kühlen besser als kurze. Tipp: Leser schicken ihren Sommer-Mythos ein. Die Zeitung fragt passende Experten: Hat dieser Mythos einen wahren Kern? Die Fachleute beschreiben in ihrer Antwort den Hintergrund des Mythos und erläutern, ob er zutrifft oder nicht. Eine lockere Sommerserie in loser Reihenfolge.
  • Sommer der Veränderung: Im Frühling und Sommer sind die meisten Menschen fröhlicher und aktiver als im Herbst oder Winter. Tipp: Leser erinnern sich an einen Sommer, der ihr Leben veränderte. Wie sie sich verliebt haben, wie sie ihren Traumjob gefunden haben, wie sie einen Pokal gewannen. Oder: Blick ins Stadtarchiv: Welcher Sommer veränderte die Region? Und welcher war besonders heiß, kalt, nass oder natürlich sonnig?
  • Sommercollage der Gedanken: Ein Fotograf des Tagesspiegel (Berlin) macht ein Foto von Menschen auf öffentlichen Plätzen, Redakteure befragen die abgebildeten Personen nach ihren Gedanken in der Situation. Hier geht es zum Artikel.
  • Mach mal Pause: Eine Redakteurin/ein Redakteur verbringt einen Nachmittag auf dem Autobahnrastplatz und spricht mit Urlaubern, die kurz mal Pause einlegen. Wohin fahren sie? Warum haben sie sich für einen Trip mit dem Auto entschieden?
  • Reden übers Sommerloch: Die Nordsee-Zeitung macht aus der Not eine Tugend, berichtet selbst über das Sommerloch und wie sich Themen finden lassen. Hier geht's zum Beitrag.


    ++++ Sie haben selbst ein gutes Sommerthema und würden uns das gerne mitteilen? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an info@drehscheibe.org.

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