Musterkonzept

Berichterstattung zum Eintauchen

von Rouven Kühbauch

Panorama vom Dach des Bundestags
Bei der 2D-Darstellung dreidimensionaler Panoramen entstehen die typischen Verzerrungen

Dem Leser das Gefühl geben, er sei selbst Teil des Geschehens - mit 360°-Videos und Virtual-Reality-Brille ist das möglich. Die Zeitung bietet solches Material zur Wahlberichterstattung gesammelt an.

Idee

Die Zeitung lässt ihre Leser eintauchen in die Berichterstattung. Infografiken werden virtuell erkundbar, Videos, die Blickwinkel in alle Richtungen ermöglichen, geben authentische Eindrücke von Wahlveranstaltungen und Vorträgen. Ein Interview, mit einer 360°-Kamera aufgenommen, lässt die Leser der Zeitung den Blickwinkel des Fragenstellers annehmen.

Umsetzung

Videomaterial kann mit einer 360°-Kamera aufgezeichnet werden und auf der eigenen Webseite eingesetzt werden. Auch Facebook und Youtube bieten die Möglichkeit, 360°-Videos und -Bilder darzustellen. Für die Erstellung von Bildmaterial in 360°-Ansicht reicht ein Smartphone, darstellen lassen sich die Bilder etwa in Google Street View. Dort lässt sich das gesammelte Material der Zeitung auch auf einer Karte darstellen.

Dreh

Der Rundumblick im Video bietet den Lesern einen sehr direkten Einblick in die Ereignisse, die die Zeitung filmt. So können sie einen deutlich authentischeren Eindruck erhalten, als durch ein einfaches Video oder einen geschriebenen Bericht. Ein weiterer Mehrwert für die Leser der Zeitung ist das spielerische Entdecken verschiedener Elemente innerhalb eines Kugelpanoramas.

Technik

Die meisten Smartphones können Panoramen erstellen, diese bieten meist jedoch nur einen Rundumblick und keinen Eindruck, als stünde man in einer Kugel. Für diese sogenannte Kugelpanoramen, die auch den Blick nach oben und unten abdecken, und mit VR-Brillen betrachtet werden können, können kostenlose Apps verwendet werden:

Google Cardboard

Die App dient nicht nur als Schnittstelle für die gleichnamigen 3D-Brillen von Google, es lassen sich damit auch einfach 360°-Panoramen erstellen. Diese lassen sich etwa auf Facebook hochladen und werden automatisch als solche erkannt.

Google Street View

Die App ermöglicht die Aufnahme von 360°-Panoramen anhand von Einzelbildern mit dem Smartphone. Die Anleitung zur Kameraführung erscheint dabei auf dem Display, was die Nutzung einfach macht. Die fertigen Bilder lassen sich auf der Karte von Google Maps öffentlich speichern und können so unkompliziert von der Redaktion eingesetzt werden, sind allerdings für jeden zugänglich. Ein Vorteil: Es lassen sich auch Bilddateien in die App importieren, so können Infografiken in einer 360°-Darstellung umgesetzt werden.

Microsoft Photosynth

Auch wenn die Entwicklung der App mittlerweile eingestellt wurde, lassen sich mit Photosynth einfach Kugelpanoramen erstellen. Die Bedienung funktioniert ähnlich wie bei Google Street View; der Vorteil ist, dass man die Bilder herunterladen und außerhalb der App weiterverarbeiten kann.

360°-Kameras

Bezahlbare Kameras, die Videos als Kugelpanoramen aufnehmen gibt es mittlerweile im Einzelhandel. Viele Hersteller bieten eigene Apps und Software-Schnittstellen an, mit denen sich das Bildmaterial nutzen und zugänglich machen lässt.

Die Redaktion empfiehlt:
drehscheibe 9/15
drehscheibe 9/15

Neue Formate

Wie Zeitungen neue Formate wie 360°-Videos, Luftbilder und andere neue Formate nutzen, lesen Sie in der drehscheibe 9/2015.

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