Musterkonzept

Der virtuelle Bundestag

von Rouven Kühbauch

Ein 8-Bit-Spiel rund um das Thema Wahlen
Grafiken in 8-Bit-Ausführungen sorgen für einen Retrolook des Bundestagswahlen-Computerspiels.

Was wäre, wenn die Leser selbst im Bundestag säßen? Wie würden sie abstimmen? Welche Gesetzentwürfe würden sie einbringen? Wie würden ihre Reden aussehen? Und was wäre, wenn die Bundespolitik ein großes Spiel wäre?

Idee

Die Zeitung bringt ein Rollenspiel zur Bundestagswahl heraus. Leser können sich einen eigenen Avatar erstellen, mit dem sie als Abgeordneter im Bundestag sitzen. Dort nehmen sie die Aufgaben eines Bundestagsabgeordneten wahr. Sie stimmen virtuell über echte Gesetzentwürfe ab oder bringen selbst welche ein. Sie halten Reden oder rufen dazwischen, wenn ein anderer eine Rede hält.

Umsetzung

Die Zeitung entwickelt ein Online-Rollenspiel für mehrere Spieler. In dieser virtuellen Welt tagt der Bundestag der Leser. Über einen Zugang können sich Leser einen Avatar gestalten, der sich für den virtuellen Bundestag bewirbt. Sie geben der Spielfigur ein politisches Konzept und wählen eine Partei, der ihr Avatar angehört. Anschließend können sie in verschiedenen Bereichen des Onlinespiels Wahlkampf betreiben.

In zeitlichem Zusammenhang mit der Bundestagswahl lässt die Zeitung ihre Leser über die virtuellen Kandidaten abstimmen. So entsteht ein kleines virtuelles und fiktives Parlament, das parallel zum Bundestag agiert.

Nach der Wahl moderiert die Zeitung analog zu den realen Debatten und Gesetzesabstimmungen im Bundestag virtuelle Plenarsitzungen und lässt die Spieler über die Entwürfe der realen Politiker abstimmen. So zeichnen die Spieler mit ihren Spielfiguren im Planspiel ein Stimmungsbild der Leser und partizipieren interaktiv. Die Redaktion verfolgt das Geschehen und verbindet Aktionen, die im Spiel gestartet werden mit der Berichterstattung im echten Leben. So kann die Redaktion etwa die virtuellen Parlamentsmitglieder auffordern, virtuelle Gesetzesentwürfe zu aktuellen Themen selbst vorzuschlagen.

Gestaltung

Je nach Umfang der finanziellen und technischen Ressourcen der Redaktion kann das Spiel dreidimensional animiert werden. Technisch weniger aufwendig ist eine grafische Umsetzung als Point&Click-Adventure, bei der sich der Spieler durch zweidimensionale Bilder klickt und mittels Auswahlkästchen und Spracheingabe mit anderen Spielern agiert.

Dreh

Viele Leser sind sehr politikinteressiert, ihnen bietet die Zeitung damit eine spielerische Möglichkeit zur Partizipation an. Auch denjenigen Lesern, die nicht selbst in die virtuelle Welt eintauchen, bietet die Zeitung mit der Berichterstattung über Ereignisse in der virtuellen Planspielwelt eine interessante alternative Sichtweise auf tagespolitische Themen und Ereignisse, die sich auf die virtuellen Aktionen und Aussagen ihrer Leser stützt.

Technik

Die Umsetzung eines Computerspiels stellt natürlich einen immensen Aufwand dar. Aber auch mit wenig Vorwissen lässt sich ein einfaches Spiel gestalten. Es gibt einige Programme, mit denen die Erstellung eigener Spiele möglich ist. Der kostenlose Point & Click Development Kit Editor ermöglicht etwa Klickspiele im Retrolook, während GameMaker Studio 2 von YoYo Games auch für grafisch ansprechende Umsetzungen geeignet ist. Für den Einstieg gibt es Online-Tutorials auf den jeweiligen Webseiten.

Die Veranstaltungsreihe bpb:game jam beschäftigt sich mit Computerspielen für die politische Bildung und hat ein Wiki zum Thema erstellt. Hier finden sich nicht nur Inspiration und Tipps für die Umsetzung, etwa zum Gameplay, insbesondere die Liste mit Ressourcen, wie Texturen, Symbolen und Sounds, viele davon unter Creative-Commons-Lizenzen publiziert, bietet einen ersten Anlaufpunkt für Interessierte.

Teaserbild (c) Fotolia - Coloures-pic

Artikelbild (c) Flickr - Norbert Blech (CC-BY-2.0), Wikimedia - Mushii (CC-BY-SA-3.0)

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