Musterkonzept

Karte des Wahlkampfes

von Antonia Eichenauer

Karte Deutschland
(c) Fotolia - bajomischo

Um Wahlkampfgelder effizient einzusetzen, konzentrieren sich Parteien im Wahlkampf häufig auf Gebiete und Gruppen, in denen sie die meisten Wähler erwarten. Andere Stadtteile und Zielgruppen fallen dafür unter den Tisch. Doch stimmt das eigentlich?

Idee

Die Zeitung prüft diese These. Dafür erstellt sie eine interaktive Karte, die soziodemographische Merkmale und das historische Wahlverhalten der Bürger im Verbreitungsgebiet mit den Wahlkampfaktionen der einzelnen Parteien verbindet.

Umsetzung

Um die Übersicht zu behalten, wird die Karte entweder nur für die Wahlkreise des Verbreitungsgebietes oder für ein Bundesland erstellt. Basis für die Karte sind die möglichst kleinteiligen Ergebnisse der vergangenen Bundestagswahl. Diese lassen sich über die Webseite des Landeswahlleiters beschaffen.

Von den Parteien lässt sich die Zeitung die Terminpläne für Wahlkampfveranstaltungen geben. Der Ort der Veranstaltung wird auf der Karte markiert. Über einen Klick lassen sich weitere Informationen wie Datum und Art der Veranstaltung anzeigen. Zusätzlich können von den Parteien Informationen über weitere Investitionen angefragt und in die Karte eingetragen werden. Filter bieten darüber hinaus die Möglichkeit, die Karte so einzufärben, dass deutlich wird, welches Sinus-Milieu® in welchem Gebiet überwiegt.

Nun können Leser und Redakteure gleichermaßen die Karte analysieren und interpretieren. Die Leser werden dazu ermuntert, ihre Interpretationen als Leserbriefe an die Redaktion zu schicken. Abwechselnd mit Artikeln von Redakteuren aller Ressorts werden die Leserbriefe veröffentlicht. Parteien werden dazu eingeladen, sich zu den Interpretationen zu äußern.

Dreh

Die Karte kann dem Leser als Serviceportal zur Information über die Wahlkampfveranstaltungen in der Region dienen. Er kann sich aber auch selbst auf die Suche nach Zusammenhängen, Auffälligkeiten und Defiziten machen. Auf spielerische Art und Weise setzt er sich so mit den Parteien, dem Wahlkampf und der Bundestagswahl auseinander.

Veröffentlichungsweisen

Online

Die interaktive Karte und die Interpretationen werden auf der Webseite der Zeitung publiziert. Über ein Kontaktformular können die Leser unkompliziert ihre Beiträge einreichen. Unter den Artikeln ist Platz für Kommentare, um einen regen Austausch von Lesern, Redakteuren und Politikern zu ermöglichen.

Print

Das Projekt wird im Blatt eingeführt, Ziel und Umsetzung erklärt. In den folgenden Tagen und Wochen werden regelmäßig Interpretationen der Karte an derselben Stelle gebracht.

Social Media

Über die Social Media-Kanäle wird das Projekt ausgewertet. Wie viele Menschen haben sich die Karte angesehen? Wie viele Interpretationen wurden gedruckt? Wie viele davon kamen von Lesern? Wie viele aus dem Politikressort? Wer hat sich von den Politikern zu Wort gemeldet? Gerade die Beteiligung der Leser sollte noch im Projektzeitraum ausgewertet werden, um noch mehr Interaktion zu erreichen. Vielleicht gibt es ja auch einen Preis für den aktivsten Leser?!

Stolperfallen

  • In den Ergebnissen der vergangenen Wahl sollte auch der Anteil der Nichtwähler aufgeführt sein.
    Lesereinsendungen sollten auf Stichhaltigkeit geprüft werden.
  • Bei den Interpretationen wird der Autor jeweils kurz vorgestellt, um Leserbeiträge und redaktionelle Artikel deutlich voneinander zu trennen.
  • Es ist schwer abschätzbar, wie viele Einsendungen die Redaktion erhält – und ob nicht alle innerhalb eines kurzen Zeitraums eintreffen. Der Veröffentlichungsrhythmus der einzelnen Interpretationen sollte daher flexibel gestaltet werden.

Teaserbild (c) Fotolia - Coloures-pic

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