Erinnerungskultur im Wandel

29.06.2026–01.07.2026

(Foto: AdobeStock/EmDali)
(Foto: AdobeStock/EmDali)

Redaktionskonferenz vom 29. Juni bis 1. Juli 2026 in Nürnberg

Hier geht's zum Flyer und zur Anmeldung

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Erinnerungskultur stößt an Grenzen. In einer Ära, in der es kaum mehr Zeitzeuginnen und -zeugen gibt, die über die NS-Schreckensherrschaft berichten können, sind neue Formen der Vermittlung gefragt. Gleichzeitig zeigen Anschläge wie in Halle oder Hanau, dass Antisemitismus und Rassismus nie weg waren. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie relevant Erinnerungsarbeit ist. Doch junge Generationen benötigen andere Zugänge, und je vielfältiger eine Gesellschaft wird, desto vielfältiger wird auch ihr Erinnern.

Bei all den offiziellen Gedenktagen ist das Erinnern immer auch etwas zutiefst Persönliches und damit individuell. Es braucht die Nähe, um zu verstehen: Was sind die Schmerzpunkte? Wo fehlt es an Aufklärung? Wie muss sich Erinnern verändern?

Bei der Redaktionskonferenz in Nürnberg steht der aktuelle Wandel in der Erinnerungskultur im Mittelpunkt. In einer Mischung aus Impulsvorträgen, Best-Practice-Beispielen und Arbeitsgruppen wollen wir Fragen nachgehen wie: Welche Geschichten können wir erzählen, um das Erinnern an die NS-Verbrechen bei der jüngeren Generation wachzuhalten? Mit welchen Ansätzen und Formaten kann der Lokaljournalismus dem wachsenden Geschichtsrevisionismus sowie Antisemitismus und Rassismus in Deutschland entgegentreten? Welche Möglichkeiten bieten soziale Medien als Erinnerungsort?

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Recherchetools. Wie lassen sich Archive nutzen? Welche regionalen Institutionen unterstützen bei der Recherche? Welche Online-Quellen sind hilfreich?

Ziel der Konferenz ist es, einen journalistischen Werkzeugkoffer zu erstellen, der zeigt: Lokaljournalismus ist auch Erinnerungsjournalismus.
Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch!

Michael Husarek und Victoria Porcu


Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe 1: „Gegen das Vergessen: Wie zeitgemäßes Erinnern gelingen kann“

Mit der Zeit verändert sich auch die Art des Erinnerns. In dieser Arbeitsgruppe sollen unterschiedliche Zugänge zur NS-Vergangenheit für die verschiedenen Generationen erarbeitet werden. Dabei werden konkrete Themenideen und Formate für die verschiedenen Altersgruppen entwickelt. Außerdem wollen wir klären: Wo finden sich verlässliche Quellen? Wie lassen sich historische Zeugnisse neu aufbereiten?

Arbeitsgruppe 2: „Jenseits der NS-Vergangenheit: Was Erinnerungsarbeit heute leistet“

Der NSU-Komplex und der Anschlag in Hanau zeigen, dass auch die jüngere Vergangenheit aufgearbeitet werden muss. Wie können wir uns diesen Ereignissen journalistisch nähern? Gemeinsam wollen wir erarbeiten, wie Lokaljournalismus zu einer neuen, multiperspektivischen Erinnerungskultur beitragen kann. Wir wollen Fragen beantworten wie: Welche Gruppen sollten miteinbezogen werden und welche Formate und Medien eignen sich besonders, um sie zu erreichen?


Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung / bpb
und das Projektteam Lokaljournalisten (PLJ)

Seminarleitung
Anke Vehmeier, Leiterin Lokaljournalistenprogramm,
Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn
Victoria Porcu, kommissarische Leiterin Lokaljournalistenprogramm,
Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn
Michael Husarek, Chefredakteur Nürnberger Nachrichten

Arbeitsgruppenleitung
Angela Boll, Leitung Regionalredaktion Cottbus und Spree-Neiße, Lausitzer Rundschau
Kurt Heidingsfelder, Freier Journalist und Kommunikationstrainer

Dokumentation
Robert Domes, Freier Journalist, Irsee

Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Redakteurinnen und Redakteure lokaler und regionaler Medienhäuser.

Konzept
Dieses Seminar der Bundeszentrale für politische Bildung / bpb ist als Redaktionskonferenz konzipiert. Die Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten hören Vorträge, diskutieren mit Experten und Expertinnen und bringen eigene Erfahrungen aus der Tageszeitung und den regionalen Medien ein. In den Arbeitsgruppen erarbeiten sie praxisnahe Konzepte. Die Redaktionskonferenzen sind ein wichtiger Bestandteil des Lokaljournalistenprogramms der bpb.

Kosten
Die Seminargebühr beträgt im Normalpreis 450 Euro und für drehscheibe-Abonnenten 400 Euro. Die Zahlungsaufforderung zur Vorabüberweisung der Teilnahmegebühr wird von der bpb zusammen mit den Seminarunterlagen zugeschickt. Die Verpflegungs- und Übernachtungskosten werden vom Veranstalter übernommen. Fahrtkosten werden nicht erstattet.

Tagungsstätte
Novotel Nuernberg Centre Ville
Bahnhofstr. 12
90402 Nürnberg
Telefon: +49-911-300350
Fax: +49 911 30035777
E:Mail: H8274@accor.com

Tagungsorganisation vor Ort
Bundeszentrale für politische Bildung
Referat 43/ Grundlagen- und Wissensformate
Bundeskanzlerplatz 2
53113 Bonn

Torsten Wolff
Tel +49 (0)228 / 99515 – 238
torsten.wolff@bpb.de

Tobias Panse
Tel +49 (0)228 / 99515 – 547
tobias.panse@bpb.de

Weitere Fragen zum Seminarinhalt?
lokaljournalismus@bpb.de
victoria.porcu@bpb.de

Allgemeine Infos
bpb.de/lokaljournalistenprogramm
drehscheibe.org

Beim Anmeldebogen bitte Adresse anpassen:
Tobias Panse
Bundeszentrale für politische Bildung
Referat 43/ Grundlagen- und Wissensformate
Bundeskanzlerplatz 2
53113 Bonn

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