Das haben wir noch nie so gemacht!

16.09.2019 14:00–20.09.2019 12:00

Modellseminar für Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten
von Tageszeitungen 16. bis 20. September 2019 in Potsdam

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Editorial

Zeitenwende. Früher gaben Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten die gesellschaftlichen und kommunalpolitischen Themen vor. Sie bestimmten damit den Takt der Diskussionen im Lokalen. Was wann ins Blatt kam, hing vom Wohlwollen der Redaktion ab. Das hat den Blick auf viele Alltagsthemen getrübt, Sorgen und Ängste der Leserinnen und Leser blieben teilweise unbeachtet.

Heute wartet niemand mehr, bis es eine Nachricht in die gedruckte Zeitung schafft. Der Stammtisch ist digital geworden. WhatsApp- und Facebook-Gruppen sind längst selbstständige Nachrichtenredaktionen. Die Zeitung als einzige Überbringerin einer Nachricht benötigt niemand mehr.

Deshalb sollten Redaktionen immer ganz nah bei ihren Lesern/-innen sein. Aber wie können wir zuhören, wenn niemand mehr mit uns spricht? Wie können wir Themen erkennen, setzen und verfolgen, ohne nur auf örtliche WhatsApp-Gruppen reagieren zu müssen?

Vor allem: Wie können wir in unserer Berichterstattung über Kommunalpolitik den Tiefgang und das Wissen bieten, das über das Stammtisch-Know-how hinausgeht? Wie können wir Lösungen anbieten und nicht nur auf Probleme zeigen? Das Modellseminar „Das haben wir noch nie so gemacht!“ krempelt den Redaktionsalltag um. Es fegt den Alltagsstaub aus den Redaktionsstuben. Es macht Mut und Lust auf einen Journalismus der Zukunft oder besser: auf einen Journalismus mit Zukunft.

Im Team werden die Fenster weit aufgerissen, wird unser Journalistenleben kräftig durchgewirbelt. Wie immer wird äußerst praxisnah an Konzepten gearbeitet, die jede Lokalredaktion umsetzen kann. Einzig der Wille zur Veränderung muss mit ins Gepäck nach Potsdam.

Anke Vehmeier und
Lars Reckermann

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Arbeitsgruppen

AG I
Aufgehorcht: Wie tickt mein Ort?
(Barbara Zinecker)

Von der örtlichen Facebook-Gruppe bis zum WhatsApp-Chat im Verein: Kommunikation findet oft in Teilöffentlichkeiten statt, zu denen wir als Journalisten /-innen nur schwer Zugang bekommen. Wichtig ist nicht, was uns selbst bewegt, sondern, was die Leser /-innen bewegt. Wie erobern wir uns einen Platz am digitalen Stammtisch? Was findet man im Internet und was geht nur vor Ort? Die Teilnehmer /-innen entwickeln Ideen, wie die Lokalzeitung als Gesprächspartner unverzichtbar wird.

AG II
Aufgestellt: wie Qualität planbar wird
(Johann Stoll)
Gute Planung ist die Voraussetzung für spannende und lesernah erzählte Geschichten. Sie beginnt mit den Fragen: Was fesselt das Publikum? Was ist relevant für den Alltag? Welche Geschichten zählen wirklich? Planung erleichtert Lokalredaktionen die Arbeit und sorgt für Qualität. Verschiedene Tools helfen, Qualität auch zu messen. Die Arbeitsgruppe erarbeitet Strategien, wie eine Lokalredaktion Themen plant und sie so umsetzt, dass sie Leser/-innen begeistern.

AG III
Aufgepeppt: wie das Klärwerk sexy wird
(Jutta Pöschko-Kopp)
Gemeinderatssitzungen, Pressekonferenzen und Termine im Rathaus bestimmen den Alltag von Lokalredaktionen und den Inhalt der Lokalzeitung. Ob Bebauungspläne, Klärwerke und Straßenbau: Kommunalpolitische Entscheidungen bestimmen die Lebenswelt jedes Einzelnen von uns, in der Zeitung wird darüber aber oft äußerst langweilig geschrieben. Die Arbeitsgruppe zeigt, wie trockene Themen spannend erzählt werden können, und erarbeitet Rezepte für eine attraktive Berichterstattung über Kommunalpolitik.

AG IV
Aufgedeckt: wie der Allrounder zum Experten wird
(Horst Seidenfaden)
Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten müssen alles können – und noch mehr wissen. Das glauben Leser/-innen und Informanten/-innen. Ein Irrtum, wie sich täglich herausstellt. Ob Umweltschutz, Wissenschaft, Wirtschaft oder juristische Themen: Der journalistische Alltag für Redakteurinnen und Redakteure ist kompliziert. Doch er muss beherrschbar sein. Faktencheck, Expertenwissen, Recherchehilfe – das geht auch in kleinen Redaktionen – und noch mehr! Wir entwickeln den Baukasten dazu.

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Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Fachbereich Multimedia/journalistenprogramm und deren Projektteam Lokaljournalisten (PLJ)

Seminarleitung
Anke Vehmeier, Bundeszentrale für politische Bildung / bpb, Bonn
Lars Reckermann, Nordwest-Zeitung, Oldenburg

Arbeitsgruppenleitung
Barbara Zinecker, Nürnberger Nachrichten
Johann Stoll, Mindelheimer Zeitung
Jutta Pöschko-Kopp, Waiblinger Kreiszeitung
Horst Seidenfaden, freier Journalist, Kaufungen

Dokumentation
Gabriele Koenig, freie Journalistin, Metzlos-Gehaag

Zielgruppe
Das Seminar richtet sich vor allem an Lokalredakteure /-innen sowie feste freie Journalisten /-innen von Tageszeitungen.

Konzept
Dieses Seminar der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ist als Modellseminar konzipiert. Die Teilnehmenden hören Vorträge, diskutieren mit Expertinnen und Experten und bringen eigene Erfahrungen aus der Tageszeitung ein. In den Arbeitsgruppen erarbeiten sie praxisnahe Konzepte. Die Modellseminare sind ein wichtiger Bestandteil des Lokaljournalistenprogramms der bpb.

Kosten
Die Seminargebühr beträgt im Normalpreis 150 Euro und für drehscheibe-Abonnenten 110 Euro. Sie ist am Anreisetag zu bezahlen. Die Verpflegungs- und Übernachtungskosten übernimmt der Veranstalter. Fahrtkosten werden nicht erstattet.

Tagungsstätte
avendi Hotel am Griebnitzsee
Rudolf-Breitscheid-Straße 190
14482 Potsdam
Tel +49 331 7091 – 0
potsdam-avendi@seminaris.de

Tagungsorganisation vor Ort
Alexandra Richrath
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
FBE – Multimedia / Lokaljournalistenprogramm
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-547
Fax +49 (0)228 9910515-6655
lokaljournalismus@bpb.de

Live-Blog
Simone Ahrweiler, bpb
Volontärin
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
FBE – Multimedia / Lokaljournalistenprogramm
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515 – 207
Fax +49 (0)228 99515 – 498

Noch Fragen zum Seminarinhalt?
Anke Vehmeier
anke.vehmeier@web.de
www.bpb.de/lokaljournalistenprogramm
www.drehscheibe.org

Ort: Potsdam

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