Kommentar von Thierry Chervel |

Mir fehlt in diesem Text eine Reflexion darüber, dass Lokalzeitungen in vielen Städten - mangels Konkurrenz - oft Teil der Honoratiorenschaft sind. Eine Reflexion über Lokalpresse ohne Reflexion über Lokalpresse als Machtfaktor in lokaler Politik kann's nicht bringen.

Kommentar von M. Buse |

Das Grundproblem aller Institutionen, Parteien und Organisationen ist GLAUBWÜRDIGKEIT. Als über Jahre aktiver Journalist jetzt in einer Behörde als Pressesprecher tätig kann ich nur bemängeln: Ich bekomme alles in die Lokalpresse. Goldene Zeiten für die PR. Nichts wird mehr hinterfragt! Selten wird etwas umgeschrieben (bis auf die Überschrift). Gegenteilige Standpunkte in einem Artikel: Fehlanzeige. Wenn ich dann weiter in die Lokalzeitung des Tages schaue: Sparkasse, Unternehmen, Vereinen geht es ähnlich. Man könnte sich darüber freuen, wenn es nicht so traurig für unsere Gesellschaft wäre. Wo bleiben kritische, gut recherchierte Themen?! Wo bleibt denn mal die Sozialreportage? Viele Journalisten sind mit Mitte 20 schon so gesetzt und teilweise arrogant, dass sie sich nur noch zu Presseterminen "ins Zeug legen".

Kommentar von Robert Dobschütz |

Lieber Herr Freitag,

Sie haben mit sehr vielem Recht. Mich wundert eher, wie lange es gebraucht hat, bis wir dies auch mal von anderen hören ;-) Schön auch der "Experte" ;-)

Also: hauen Sie rein, machen Sie so weiter wie hier skizziert. Dann glaube ich, dass auch Sie wieder erfolgreich Lokaljournalismus machen werden. Und sehen Sie Ihre Gedanken als Wettbewerbsvorteil ;-)

In diesem Zusammenhang: Herr Schraven schwatzt bloß, eine Lokalzeitungssituation ist ihm unbekannt und seine Arbeit wird von Geldgebern bezahlt, eher sehr viel weniger von Lesern und Werbekunden. Er befindet sich demnach nicht in der Position, Lokalzeitungen kluge Ratschläge im Umgang mit Facebook zu erteilen.

Übrigens geht Ihr Ansatz an einer Stelle leider nicht weit genug: Versuchen Sie mal in Richtung Mitarbeiterbeteiligung bei lokalen Medien zu denken. Es lohnt sich, versprochen.

Wenn Sie sich dazu austauschen wollen, Sie finden mich hier: http://www.l-iz.de/mediadaten

Grüße aus Leipzig von der L-IZ.de & der LEIPZIGER ZEITUNG ;-)

PS.: Zu Thierry - in Leipzig ist dies durch uns anders. Zu Herrn Buse "Ich bekomme alles in die Lokalpresse. Goldene Zeiten für die PR. Nichts wird mehr hinterfragt!" Interessant: Wir suchen gerade nach Geschichten, die eben dies belegen. Haben Sie Beispiele? (Nummer, siehe oben)

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