Redaktionskalender

Historische Ereignisse und Aktionstage – mit Tipps für Umsetzungen in der Lokalredaktion, immer einen Monat im Voraus.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Seit dem Jahr 1996 wird an diesem Tag der Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft gedacht. Im Bundestag findet aus diesem Anlass üblicherweise eine Gedenkstunde statt, bei der wenn möglich Überlebende des Holocausts als Gastredner auftreten.

EXTRA-TIPP

Ein Politikwissenschaftler spricht über die Zeit vor der Machtergreifung und den derzeitigen Aufschwung rechtsextremer Kräfte. Gibt es Parallelen? Oder ist ein Vergleich unangebracht? Wie ordnen sie den Rückgriff auf nationalsozialistische Sprache bzw. Symbole auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen ein? Dazu: Wo gibt es in der Region Stätten, die direkt oder indirekt mit Verschleppungen nach Auschwitz zu tun hatten? Etwa Bahnhöfe, Sammelstellen etc. Eine Schwerpunktseite.

 

Datenschutztag

Bereits seit dem Jahr 2007 findet auf Initiative des Europarates jedes Jahr am 28. Januar der Europäische Datenschutztag statt. Er soll die Bürger für einen verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Informationen sensibilisieren.

EXTRA-TIPP

Exemplarischer Tagesablauf: Online-Shop, Navigations-App, Geldautomat – wo wir überall Daten hinterlassen. Und eine Übersicht: Zehn Tipps von einem Experten aus der Region, wie man seine Daten ganz leicht schützen kann. Außerdem erklärt ein Verhaltensforscher, warum wir auf Facebook, WhatsApp und Co. jederzeit dazu bereit sind, intime Daten preiszugeben.

 

Internationaler Tag des Puzzles

In den 60er Jahren des 17. Jahrhunderts klebte der Kartograph John Spilsbury eine seiner Landkarte auf ein Holzbrett und zersägte sie entlang der Grenzen von Grafschaften und Ländern: Das Puzzle war geboren! Seit dem Jahr 1995 hat das beliebte Legespiel nun jedes Jahr am 29. Januar seinen eigenen Ehrentag, eingeführt von amerikanischen Spielverlagen. Das derzeit größte Puzzle der Welt wird von der Firma Grafika vertrieben und besteht aus 54.000 Teilen. Gerade in Zeiten der Pandemie erfreut sich das Puzzeln wieder großer Beliebtheit.

EXTRA-TIPP

Gewinnspiel: Auf den Zeitungsseiten sind Puzzleteile versteckt. Leser müssen die Teile finden, ausschneiden und zusammensetzen. Welches Bild ergibt sich? Dazu: Kriminalbeamte, Archäologen, Uhrmacher – die Redaktion stellt Menschen vor, deren Beruf es ist, Teile richtig zusammenzusetzen. Außerdem: Wir puzzeln! Familien zeigen die größten Puzzles, die sie während des Lockdowns zusammengesetzt haben.

 

Tag der sinnlosen Anrufbeantworter-Nachrichten

„Bitte sprechen Sie Ihre Nachricht nach dem Signalton...“ Sobald der Piep am anderen Ende der Leitung ertönt, wissen viele nicht mehr, was sie dem Angerufenen eigentlich mitteilen wollten und verfallen in ein nichtssagendes Stammeln. Am Tag der sinnlosen Anrufbeantworter-Nachrichten sollen die Besitzer von Anrufbeantwortern ihre Ansagetexte überprüfen und genaue Instruktionen geben, welche Informationen die Anrufer hinterlassen sollen. All jenen, die sich immer noch über unverständliche Nachrichten ärgern, will der Tag ein wenig Trost spenden.

EXTRA-TIPP

Die Redaktion ruft Leser dazu auf, sinnlose und lustige Nachrichten auf einem dafür eingerichteten Anrufbeantworter zu hinterlassen. Die Audiofiles werden auf der Website veröffentlicht. Und: AB-Muffel erklären, warum sie diese Funktion lieber ausschalten.

 

Rückwärts-Tag

Gelangweilt vom täglichen Einerlei? Dann ist der Rückwärtstag genau das Richtige! Ob rückwärts gehen, zum Abschied grüßen oder von rechts nach links schreiben – am 31. Januar ist alles erlaubt, Hauptsache anders herum. Die Ursprünge des nicht ganz ernst gemeinten Aktionstages liegen in Amerika. Dort ist er besonders bei Schulkindern beliebt.

EXTRA-TIPP

Selbstversuch: Ein Redakteur macht einen Tag alles anders herum. Außerdem: Ein Redakteur schreibt eine lokale Glosse, aber rückwärts. Und: Besonderes Talent vorgestellt. Ein Porträt mit Hörprobe von einem Rückwärtssprecher aus der Region.

 

Atomausstieg besiegelt

20 Jahre – Nach Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und der Energiewirtschaft stimmte am 1. Februar 2002 der Bundesrat dem Gesetz zum Ausstieg aus der Kernenergie zu. Das Gesetz sah vor, die deutschen Kraftwerke nach einer rechnerischen Gesamtlaufzeit von 32 Jahren vom Netz zu nehmen. Am 30. Juni 2011 beschleunigte der Bundestag in einem neuen Beschluss den Atomausstieg. Demnach sollen 2022 alle deutschen Atommeiler abgeschaltet werden.

EXTRA-TIPP

Was sagen Klima-Aktivisten, Wissenschaftler und Kommunalpolitiker über den Vorschlag, aus Klimaschutzgründen wieder Atomenergie zu nutzen? Eine Gesprächsrunde zum Thema. Außerdem: Woher kommt der Strom in der Region? Eine Panoramaseite zeigt die regionale Energieerzeugung. Und: Ein Rückblick auf die größten regionalen Anti-Atom-Proteste der Vergangenheit (mit Bilderstrecke).

 

Britisches Unterhaus beschließt Brexit

5 Jahre – „Bye-bye!“: Am 1. Februar 2017 ermächtigt das Unterhaus die britische Regierung zur Einreichung eines Austrittsantrags bei der Europäischen Union. Zuvor hatte eine Mehrheit der Briten in einem Referendum für den Brexit gestimmt. Am 31. Januar 2020 trat Großbritannien aus der EU aus, verblieb aber für eine Übergangsphase im Binnenmarkt. Im Dezember 2020 einigten sich London und Brüssel auf ein Handelsabkommen.

EXTRA-TIPP

Bye-bye, Britain, hello EU!: Gibt es Briten, die nach dem Brexit in die Region gezogen sind? Was waren ihre Beweggründe? Und: Welche Auswirkungen hatte der Brexit wirtschaftlich und gesellschaftlich auf die Region? Ein Überblick. Außerdem: Deutsch-britische Pärchen im Gespräch: Wie denken sie über den Brexit? Wie halten sie Kontakt zur Insel?

 

Todestag von Hildegard Knef

20 Jahre – Eine außergewöhnliche Frau der deutschen Filmgeschichte: Hildegard Knef. Geboren wurde sie am 28. Dezember 1925 in Ulm. Nach einer Ausbildung zur Schauspielerin hatte sie erste Engagements in deutschen Film-, Theater-, und Kabarettproduktionen. Bekannt wurde sie mit ihrem Auftritt in dem Film „Die Sünderin“, in dem erstmals im deutschen Kino eine – aus heutiger Sicht völlig harmlose – Nacktszene zu sehen war. Später spielte sie auch in amerikanischen, britischen und französischen Filmen. 1951 nahm sie ihre erste Schallplatte auf, ab den 70er Jahren feierte sie überdies Erfolge als Autorin. „Für mich soll's rote Rosen regnen“ aus dem Jahr 1968 ist ihr wohl bekanntestes Lied. Am 1. Februar 2002 starb Hildegard Knef im Alter von 76 Jahren in Berlin. Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ im Herbst 2021 das Rosen-Lied beim Zapfenstreich zu ihrem Abschied von einem Bundeswehr-Orchester spielen.

EXTRA-TIPP

„Für mich soll's rote Rosen regnen“: Leserinnen und Leser erzählen, wann sie zuletzt Rosen bekommen haben und vom wem. Außerdem Gespräch mit einer Filmwissenschaftlerin: Was machte die Knef so umstritten?

Robinson-Crusoe-Tag

Einsam saß er nach einem Schiffbruch auf einer Insel fest: Robinson Crusoe – die Romanfigur des Schriftstellers Daniel Defoe. Er baute sich eine notdürftige Hütte und kämpfte ums Überleben. Zu Hilfe kam ihm ein Inselbewohner, den er „Freitag“ nannte. Robinson Crusoe wurde zum Symbol für alle Eremiten und Gestrandeten. Am 1. Februar ist sein Ehrentag.

EXTRA-TIPP

Umfrage in der Redaktion: Welche drei Dinge würden die Kolleginnen und Kollegen auf eine einsame Insel mitnehmen? Dazu: Ein Karikaturist zeichnet einen Kollegen und seine Gegenstände.

 

Murmeltiertag

Und täglich grüßt das Murmeltier: Jedes Jahr am 2. Februar wird in den USA und Kanada der Murmeltiertag begangen. Dabei wird ein Murmeltier nach dem Winterschlaf wieder aus seinem Bau gelockt. Falls es „vor seinem Schatten erschrickt“ und in seinen Bau zurückkehrt, hält der Legende zufolge der Winter weitere sechs Wochen an. Bleibt das Murmeltier im Freien, ist der Winter endgültig vorbei.

EXTRA-TIPP

Tier-Orakel: Landwirte werden befragt, was das Verhalten ihrer Tiere über Wetter und Klima voraussagt. Dazu: „Mein Partner, das Murmeltier“. Leser erzählen, wer am Wochenende der Langschläfer in der Familie ist.