Redaktionskalender

Historische Ereignisse und Aktionstage – mit Tipps für Umsetzungen in der Lokalredaktion, immer einen Monat im Voraus.

Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel

In weiten Teilen der Welt ist der Sklavenhandel seit dem 19. Jahrhundert verboten, dennoch werden laut Schätzungen von Unicef allein in Westafrika noch immer rund 200.000 Kinder als Sklaven missbraucht. Die Unesco erklärte im Jahr 1998 den 23. August zum Internationalen Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel und seine Abschaffung. An dem Aktionstag soll der Opfer des historischen Sklavenhandels gedacht und zugleich auf die aktuelle Situation aufmerksam gemacht werden.

EXTRA-TIPP

Gibt es Fälle in der Region, die mit Sklaverei vergleichbar sind, etwa unzumutbare Arbeitsverhältnisse in bestimmten Branchen? Nachgefragt bei Gewerkschaftern. Politikwissenschaftler erläutern hierfür den Begriff Sklavenhandel genauer. Außerdem Mitarbeiter von Hilfsorganisationen im Gespräch: Hatten sie in ihrer Tätigkeit in der Entwicklungshilfe mit dem Problem der Sklaverei zu tun?

Die Ukraine erklärt ihre Unabhängigkeit

35 Jahre – Am 21. August 1991 war es soweit: Das ukrainische Parlament verkündete die Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion. Die Deklaration sah ein Referendum für Dezember 1991 vor, bei dem die Bevölkerung ihr Votum abgeben konnte. 90 Prozent der Ukrainer stimmten damals für die Unabhängigkeit. Kurz darauf beschloss die ukrainische Staatsführung mit Russland und Weißrussland die Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und leitete somit das Ende der Sowjetära ein. Trotz anderslautender Abkommen wurde die ukrainische Souveränität inzwischen in diversen Regionen des Landes von Russland verletzt, die Krim wurde von russischen Truppen besetzt und zum Teil Russlands erklärt.

EXTRA-TIPP

Ukrainer in der Region befragt: Wie erlebten sie den Tag? Was bedeutet er ihnen heute? Was erfahren sie über die derzeitige Lage im Land? Wünschen sie sich mehr Unterstützung vom Westen? Und: Städtepartnerschaften, Hilfsaktionen, wirtschaftliche Zusammenarbeit: Die Redaktion stellt Projekte und Kooperationen zwischen der Region und der Ukraine vor.

Geburtstag von Sandra Maischberger

60 Jahre – Sie ist eine der bekanntesten Moderatorinnen im deutschen Fernsehen: Sandra Maischberger. Geboren wurde sie am 25. August 1966 in München. Mit 21 Jahren kam sie zum Fernsehen, sie moderierte mehrere Interviewsendungen und Talkshows. Seit 2003 empfängt Maischberger Gäste aus Politik und Gesellschaft in ihrer eigenen ARD-Talkshow.

EXTRA-TIPP

Sandra Maischberger, Anne Will oder Maybrit Illner: Wer ist die beste Talkmasterin? Leserinnen und Leser stimmen ab.

Erste Ausgabe der Bravo

70 Jahre – Am 26. August 1956 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift Bravo. Rasch wurde sie zum Leitmedium der Jugend. Bravo liefert Infos über Stars aus Musik und Fernsehen, dient aber auch als Ratgeber bei Sexual- und Beziehungsfragen. Wie kein anderes Magazin hat Bravo die Jugend über Generationen geprägt, sie hat mittlerweile Kultstatus. Die Zeitschrift erscheint nach wie vor in Print, aer nicht mehr wöchentlich, sondern monatlich.

EXTRA-TIPP

„Generation Doktor Sommer“: Frühere Bravo-Leser erzählen, wie es war, von der Zeitschrift aufgeklärt zu werden. Außerdem Jugendliche befragt: Kennen sie noch Bravo? Und nachgesehen beim Kiosk: Hängt Bravo im Regal? Wer liest sie noch?

Einfach-so-Tag

Ohne Anlass und tieferen Sinn findet er am 27. August statt: Der Einfach-so-Tag oder auch „Just Because Day“. 2005 wurde er in den USA eingeführt. Die Devise lautet: einfach mal grund- und sinnlos das tun, was einem gerade einfällt. Auf die Frage „Warum?“ gibt es heute nur eine Antwort: „Einfach so!“.

EXTRA-TIPP

„Kopf aus und los!“ Lokale Prominente erklären, was sie gerne einmal einfach so machen würden. Dazu eine Umfrage in der Redaktion oder in der Fußgängerzone. Mit Videos.

Tag der Russlanddeutschen

Auf Einladung von Zarin Katharina der Großen kamen im Jahr 1763 die ersten deutschen Bauern nach Russland. Sie ließen sich insbesondere an der Wolga nieder. In der Zeit unter Stalin wurden sie als Minderheit verfolgt. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kehrten rund 2,1 Millionen Russlanddeutsche nach Deutschland zurück. Am 28. August wird an ihre Geschichte erinnert.

EXTRA-TIPP

Russlanddeutsche und der Krieg gegen die Ukraine: Wie denken sie darüber (notfalls anonymisiert)? Oder: Vermissen sie in Deutschland etwas an Russland?

Internationaler Tag gegen Nuklearversuche

Am 2. Dezember 2009 beschloss die 65. Generalversammlung der Vereinten Nationen auf Initiative des Präsidenten von Kasachstan, den Internationalen Tag gegen Nuklearversuche auf den 29. August zu legen. Der Welttag soll auf die Gefahren hinweisen, die von Kernwaffentests für Mensch und Umwelt ausgehen. Seit 1996 existiert ein Vertrag über ein umfassendes Verbot von Nuklearexplosionen. Damit der Vertrag in Kraft tritt, muss er allerdings noch von einigen Staaten ratifiziert werden.

EXTRA-TIPP

Mit einem Geigerzähler unterwegs: Wo strahlt die Region am meisten? Kann man guten Gewissens Pilze oder Wildfleisch aus der Region verzehren?

Tag der Verschwundenen

Jedes Jahr am 30. August wird an die Menschen erinnert, deren Aufenthaltsort nicht bekannt ist und die vermutlich gegen ihren Willen verschwunden sind. Initiiert wurde der Gedenktag von der Nichtregierungsorganisation Fedefam aus Costa Rica. Der Tag dient Hilfsorganisationen dazu, die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren.

EXTRA-TIPP

Gibt es in der Region Vermisstenfälle, die nie geklärt wurden? Die Kriminalpolizei befragt. Und Gespräch mit regionalen Mitgliedern einer Menschenrechtsorganisation: Um welche Fälle des sogenannten Verschwindenlassens (also etwa staatliche Entführungen etc.) kümmern sie sich gerade?

Unterzeichnung des Rundfunk-Staatsvertrags

35 Jahre – Er schuf die Grundlage für das duale Rundfunksystem: Am 31. August 1991 unterzeichneten die Ministerpräsidenten aller Bundesländer den Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland. Er enthält die Regelungen für den öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk. Darunter sind Vorschriften zur Finanzierung durch Werbung und Rundfunkbeitrag sowie zur Sicherung der Meinungsvielfalt.

EXTRA-TIPP

Sonderseite: Was wünschen sich Leserinnen und Leser vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

Bafög tritt in Kraft

55 Jahre – Chancengleichheit per Gesetz: Seit dem 1. September 1971 unterstützt das Bundesausbildungsförderungsgesetz, das sogenannte Bafög, Schülerinnen und Schüler und Studierende aus einkommensschwächeren Familien auf ihrem Bildungsweg. Bis heute haben rund fünf Millionen Menschen ihre Ausbildung mit Bafög finanziert bekommen. Der Förderungsbetrag wird dabei individuell festgelegt, abhängig vom Einkommen der Eltern oder des Lebenspartners.

EXTRA-TIPP

Die Redaktion begleitet einen Monat lang eine Studentin oder einen Studenten. Wie lange reicht das Bafög-Geld? Worauf muss verzichtet werden? Dazu: Eine Datenauswertung über die Lebensunterhaltungskosten der regionalen Landkreise und Städte mit Universität im Vergleich. Und: „Ich komme mit dem Geld nicht durch“: Bafög-Bezieherinnen und -Bezieher erzählen, wie schwer es ist, als Studierende zu leben und was sie davon halten, dass das Bafög trotz Inflation nicht erhöht werden soll.