Redaktionskalender

Historische Ereignisse und Aktionstage – mit Tipps für Umsetzungen in der Lokalredaktion, immer einen Monat im Voraus.

Allerheiligen

Ein stiller Feiertag, der Raum für Erinnerung und innere Einkehr schafft: Am 1. November, an Allerheiligen, gedenken Menschen christlichen Glaubens den Heiligen. In katholischen Gebieten ist es Brauch, auf den Friedhof zu gehen und der Verstorbenen zu gedenken. Allerheiligen ist in diesen Gegenden ein gesetzlicher Feiertag. Es dürfen dort keine Tanzveranstaltungen abgehalten werden, und laute Musik ist verboten..

EXTRA-TIPP

Besuch in einer Friedhofsgärtnerei: Was passiert mit Gräbern, die verwildern? Wer kümmert sich um sie? Dazu: Welche Gestecke sind an Allerheiligen üblich? Und: Ein Pfarrer aus der Region erläutert die Bedeutung des Feiertages. Außerdem wird erklärt, wie sich die Bräuche im Laufe der Zeit verändert haben. Und: „An wen denkst du heute?“: Die Redaktion startet eine kurze Umfrage oder einen Social-Media-Aufruf und bittet Leserinnen und Leser, Erinnerungen an Verstorbene zu teilen, anonym oder namentlich. Die Einsendungen werden auf einer Sonderseite gedruckt.

 

Erstes deutsches Frauenhaus eröffnet

50 Jahre – Neue Möglichkeiten des Schutzes für Frauen: Am 1. November 1976 wurde in Deutschland das erste Frauenhaus eröffnet. Im Berliner Grunewald startete das vom Bund und vom Berliner Senat finanzierte „Haus für geschlagene Frauen“ als Modellprojekt. Es bot Schutz vor Gewalt in der Familie. In den Jahren danach entstanden Häuser in zahlreichen weiteren Städten, heute gibt es bundesweit rund 350.

EXTRA-TIPP

Wann wurde das örtliche Frauenhaus gegründet, wie viele Plätze gibt es – und wie oft müssen Schutzsuchende abgewiesen werden? Nachgefragt im Frauenhaus.
Oder: Eine Frau berichtet (anonym) darüber, wie sie einmal die Hilfe eines Frauenhauses annehmen musste. Wie fühlte es sich an? Was empfiehlt sie anderen betroffenen Frauen?

Weltvegantag

In Deutschland ernährten sich im Jahr 2024 laut der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse rund 1,52 Millionen Menschen vegan. Veganer essen kein Fleisch, aber auch keine Eier, keinen Honig oder Erzeugnisse aus Milch. Außerdem verzichten die meisten auf Leder, Pelz und Wolle und vergleichbare Produkte. Der Aktionstag findet jedes Jahr am am 1. November statt und wirbt für eine Ernährung ohne tierische Produkte.

EXTRA-TIPP

Ein Koch stellt Rezepte für vegane Gerichte vor, eine Redakteurin kostet sie und schreibt darüber. Mit Clips auf Instagram. Außerdem eine Recherche: Welche Kantinen bieten regelmäßig vegane Gerichte an? Wie werden sie angenommen? Und ein Gespräch mit den Besitzern eines veganen Restaurants: Was sind ihre Beweggründe, derartige Speisen anzubieten?

 

Internationaler Tag gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten

Ein wichtiger Tag für alle Journalistinnen und Journalisten: Am 2. November erinnern die Vereinten Nationen daran, dass Angriffe auf Medienschaffende meist ohne Folgen für die Täter bleiben: am Internationalen Tag gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten. Laut UNESCO werden rund neun von zehn Morden nie aufgeklärt. Das Datum geht auf die Ermordung der Reporter Ghislaine Dupont und Claude Verlon in Mali zurück.

EXTRA-TIPP

Die Redaktion gewährt einen Blick hinter die Kulissen: Wurden Mitarbeiter in jüngster Zeit bedroht oder angegriffen? Ist die journalistische Arbeit unsicherer geworden? Oder: eine Seite mit persönlichen Stellungnahmen aus der Redaktion zu dem Thema.

 

Allerseelen

Jedes Jahr wird am 2. November der römisch-katholische Feiertag Allerseelen abgehalten. In einigen Regionen ist es Brauch, an diesem Tag zum Friedhof zu gehen und mit Gebeten und Fürbitten der Verstorbenen zu gedenken. Nach altem Glauben steigen ihre Seelen an diesem Feiertag vom Fegefeuer in den Himmel auf.

EXTRA-TIPP

Wie erinnern sich die Menschen an verstorbene Verwandte und Freunde? Nachgefragt unter Passanten. Außerdem: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Lokale Prominente befragt. Und: Warum Trauer um Verstorbene zum Menschsein gehört: Ein Kulturwissenschaftler oder eine Philosophin im Gespräch.

 

Hubertustag

Auf zum großen Halali! Am 3. November gedenken Jägerinnen und Jäger dem heiligen Hubertus. Er lebte etwa zwischen 655 und 727 nach Christus und stammte aus dem belgischen Lüttich. Er ist Schutzheiliger der Jagd, der Hunde, der Natur und Umwelt und der Begründer der Waidgerechtigkeit – des Ehrenkodex der Jagd. Daher ist sein Symbol der Hirsch mit dem Detail des Kruzifix im Geweih. Anders als vermutet werden könnte, war Hubertus selbst Bischof und kein Jäger.

EXTRA-TIPP

Sonderseite mit Jägerinnen und Jägern der Region: Sie sprechen über das Besondere an der Jagd und über Vorurteile gegenüber ihrem Hobby bzw. Beruf. Und Pro und Kontra zum Thema Jagd: Sollte sie verboten werden oder erfüllt sie eine wichtige Aufgabe beim Schutz des Waldes? Mit einem Jäger und einem Tierschützer. Und nachgefragt bei einem katholischen Geistlichen: Was ist die Bedeutung von Patronaten? Warum gibt es Schutzheilige?

 

Erstmals Werbung im deutschen Fernsehen

70 Jahre – Ein besonderer Tag in der Geschichte des deutschen Fernsehens: Erstmals sind auf bundesdeutschen Bildschirmen Werbespots zu sehen. In der Sendung „Zwischen halb und acht“ des Bayerischen Rundfunks werden rund sechs Minuten lang Werbespots ausgestrahlt. Im ersten Werbespot der im Juni 1956 gegründeten Bayerischen Werbefernsehen GmbH sind Liesl Karlstadt und Beppo Brehm zu sehen – in einem Spot für Persil.

EXTRA-TIPP

Junge Leute befragt: Wie finden sie Werbung – im Fernsehen oder auf Social Media? Wie finden sie es, dass Influencer Produkte in ihren Clips bewerben? Haben Sie schon einmal etwas gekauft, weil ein Influencer es empfohlen hat? Und Passantinnen und Passanten allgemein befragt: Welcher ist der lustigste Spot, an den sie sich erinnern?

 

Weltmännertag

Laut statistischem Bundesamt sterben Männer im Schnitt fünf Jahre früher als Frauen. Dieser Fakt regte im Jahr 2000 Andrologen der Universität Wien gemeinsam mit der Gorbatschow-Stiftung und anderen dazu an, einen Weltmännertag ins Leben zu rufen. Seither findet er jedes Jahr am 3. November satt. Der Tag soll Männer dazu motivieren, sich um ihre Gesundheit und die Prävention zu kümmern.

EXTRA-TIPP

Umfrage: „Wie oft gehen Sie zum Arzt?“ Anschließend werden die Antworten von Frauen und Männern verglichen (auch möglich als Videoumfrage). Und „Der leidende Mann“: eine Glosse über den berüchtigten 
„Männerschnupfen“ und wie Frauen damit umgehen. Oder: Erleben die Betonung von Männlichkeit und alte Rollenmodelle in Teilen unserer Gesellschaft eine Renaissance? Nachgefragt bei einer Sozilogin.

 

Selbstenttarnung des NSU

15 Jahre – Am 4. November 2011 begingen zwei Männer in einem Wohnmobil in Eisenach Selbstmord. Zuvor hatte die Polizei das verdächtige Fahrzeug entdeckt. Die beiden Männer waren Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Am selben Tag explodierte in Zwickau ein Wohnhaus. Beate Tschäpe soll es in die Luft gejagt haben. Der Tag markiert die Entdeckung des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Die Terrorgruppe soll für den Mord an zehn Menschen – neun migrantischer Herkunft, eine Polizistin – verantwortlich sein. Tschäpe wurde inzwischen wegen Mittäterschaft und Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung und schwerer Brandstiftung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Welche Rolle V-Leute des Verfassungsschutzes beim NSU spielten, wurde nicht aufgeklärt.


EXTRA-TIPP

Gespräch mit Menschen türkischer Herkunft: Wie zufrieden sind sie mit der Aufklärung der Taten des NSU? Hätten sie sich mehr erhofft?

 

Geburtstag von Uwe Seeler

90 Jahre – Er ist eine der großen deutschen Fußballlegenden: Uwe Seeler. Geboren wurde er am 5. November 1936 in Hamburg. Seine Karriere begann er in der Jugendabteilung des Hamburger SV. Mit dem Verein wurde er 1960 deutscher Meister und 1963 Pokalsieger. Im Jahr 1966 wurde er mit der Nationalmannschaft Vizeweltmeister in England. „Uns Uwe“ war der erste Torschützenkönig der Bundesliga: In der Saison 1963/64 erzielte er 30 Tore.

EXTRA-TIPP

„Uns Uwe“: Welche Fußball-Ikonen gibt es in der Region? 
Was machen sie heute? Und: „Wo waren Sie, als das umstrittene WM-Tor 1966 fiel?“ 
Ältere Zeitgenossen erzählen von ihren Erinnerungen an 
das Wembley-Tor.