Ein Fall für den Presserat

Eine Referentin des Deutschen Presserates stellt in jeder Ausgabe der drehscheibe einen aktuellen Fall aus der Rechtssprechung des Gremiums vor. Diese Fälle sind besonders relevant für Lokalredaktionen.

Eine Leserin wirft der Redaktion Diskriminierung vor, weil sie die Herkunft mehrerer Personen pauschalisiert.

Eine Redaktion verweist zum Thema Kartoffel auf das Portal einer Supermarktkette. Daraufhin beschwert sich ein Leser, der darin einen Fall von Schleichwerbung sieht.

Ein Stadtverordneter fordert den Magistrat auf, Pressevertreter dazu zu bringen, bis zum Ende der Ratssitzung zu bleiben. Ein Journalist äußert seine Meinung dazu. Verletzt er den Pressekodex?

Eine Regionalzeitung berichtet ohne eigene Recherche über eine anonyme Strafanzeige gegen einen Klinikleiter und dessen Ehefrau.

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Ein Gerichtsbericht, in dem es um eine Transsexuelle geht, wird mit einer unsensiblen Überschrift versehen. Der Presserat sieht das Diskriminierungsverbot verletzt.

Eine Leserin stört sich an der Nennung der Herkunft eines mutmaßlichen Straftäters. Der Chefredakteur sieht darin kein Problem.

Eine Regionalzeitung berichtet über einen Strafprozess und verwendet dabei nicht immer die korrekten juristischen Begriffe.

Eine Regionalzeitung startet unter Beteiligung ihrer Leser eine Recherche zum Thema Immobilien. Daraufhin erreichen den Presserat mehrere Beschwerden.

Eine Frau wurde umgebracht. Die Regionalzeitung veröffentlicht ein Foto des Tatorts, weil bereits eines in den sozialen Netzwerken kursierte.

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Eine Zeitung berichtet über ein homosexuelles Paar, das wegen Drogengeschäften vor Gericht steht, und erwähnt dabei, dass beide HIV-positiv seien. Die städtische Aids-Hilfe beschwert sich.

Die Leser erfahren erst am Ende eines Artikels, dass ein Bericht in Wirklichkeit eine Pressemitteilung der AfD ist.

Eine Frauenzeitschrift stellt zwei Arzneimittel vor. Ein Leser sieht in dem Artikel Werbung und beschwert sich.

Immer wieder schreibt eine Redakteurin auch über ihren Mann, der Erster Stadtrat und Stellvertreter des Bürgermeisters ist. Darüber beschwert sich ein Leser.

Die Geiselnahme von Gladbeck war einer der spektakulärsten Kriminalfälle Deutschlands. Durften aktuelle Fotos der Täter 30 Jahre später noch gezeigt werden?

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Eine Agentur beliefert eine Zeitung mit Artikeln und fungiert gleichzeitig als Presseorgan einer Stadt im Verbreitungsgebiet. Ein Leser beschwert sich darüber beim Presserat.

Eine Zeitung gibt abwertende Worte des Oberbürgermeisters wieder. Ein Leser beschwert sich darüber.

Eine Redakteurin recherchiert zum Thema Partnersuche, gibt dafür eine Kontaktanzeige auf und zitiert die eingegangenen Rückmeldungen im Artikel. Ein Leser beschwert sich daraufhin.

Eine Zeitung stellt Gasthöfe vor und ruft Leser dazu auf, diese zu testen. Der beste Außenbereich wird daraufhin groß vorgestellt. Doch die Wirtshäuser hatten zuvor eine Anzeige schalten müssen.

In einer Mitteilung nennt die Polizei die Herkunft eines Täters. Die Redaktion übernimmt die Information, da sie sowieso bereits über soziale Netzwerke verbreitet worden sei.

Eine Regionalzeitung berichtet über die neue Niederlassung einer Supermarktkette. Ein Leser sieht in dem Artikel Schleichwerbung und beschwert sich.

Ein Mann randaliert in einem Freibad. Die Regionalzeitung berichtet darüber und erwähnt sein Geburtsland. Ein Leser beschwert sich, weil diese Information nichts mit der Tat zu tun habe.

Der freie Mitarbeiter einer Zeitung schreibt einen Artikel über die Wohnungsbaugesellschaft. Eine Leserin beschwert sich, da der Journalist auch Redakteur der Kundenzeitschrift der Gesellschaft ist.

Ein Mann wird wegen Volksverhetzung verurteilt. In ihrem Bericht über den Fall erwähnt eine Zeitung, dass er Anhänger der AfD ist. Parteimitglieder fühlen sich daraufhin stigmatisiert.

Noch bevor alle Eltern informiert werden konnten, berichtet eine Lokalzeitung über einen Brand im Kindergarten und veröffentlicht ein Foto der geretteten Kinder und Erzieher.

Eine Frau empört sich über unerträgliche Zustände rund um einen Spielplatz, die Zeitung nennt ohne Rücksprache ihren Namen. Die Redaktion aber weist ihre Beschwerde zurück.